Review

The Perfect Storm


Fischerboot sticht in See um noch einen letzten großen Fang im ausgehenden Jahr einzuholen und gerät mitsamt seiner Crew in einen „Supersturm“.



Deutschlands Export-, und Eventregisseur Wolfgang Petersen kann also auch anders. Keine Big Budget-Zerstörungsorgie und noch viel wichtiger: keine, im amerikanischen Pathos versinkende, Variante des „American Way of Life“.

„Der Sturm“, so der deutsche Titel, ist ein klassisches Drama, welches gekonnt mit dem Abenteuer-, bzw. Katastrophenfilmgenre kombiniert wurde. Allein schon die namhafte Darstellerriege sollte den Film, allen Unkenrufen zum Trotze, zumindest interessant machen.

George Clooney, Mark Wahlberg, Diane Lane, John C. Reilly, William Fichtner, Michael Ironside und viele mehr geben einen richtig bunten Haufen und sorgen somit auf jedem Fall mal für glaubwürdige Charaktere. Petersen lässt sich auch, grad zu Beginn, viel Zeit die einzelnen Figuren vorzustellen. So werden dem Zuschauer alltägliche Probleme um Zukunftsängste, Liebe und Beziehungen eröffnet. Natürlich alles kurz und prägnant, schließlich soll ja keine Langeweile aufkommen. Aber diese gewonnenen Informationen sind ausreichend um sich mit den kernigen, gezeichneten und rauen Burschen identifizieren zu können, und das obwohl sie außer dem Schwertfischfischen und der Liebe zur See nicht viel gemein haben.

Also stechen sie in See um den EINEN großen Fang zu machen. Anfängliche Meinungsverschiedenheiten untereinander werden zuerst vom Kapitän (Clooney) und später durch gemeinsame, zusammenschweißende, Erlebnisse aus der Welt geschafft. Diese Entwicklung und die Hoffnung auf einen guten Fang = Mehr Geld = ein besseres Leben, überträgt sich, meiner Meinung nach wunderbar auf den Zuschauer. Hoffnung! Die Hoffnung stirbt zuletzt. So denkt man während sich die Situation für die Crew und ihre ANDREA GAIL, so der Name ihres Bootes, erst drastisch bessert und dann schlagartig ins Gegenteil umkehrt. Nicht nur das so manches Besatzungsmitglied über Bord geht und dem Tod trotzdem von der Schippe springen kann, nein auch die Tatsache das von ihrer Rückkehr ihr zukünftiges Leben abhängt und zwar im doppelten Sinne. Also wollen Sie mit dem Kopf durch die Wand bzw. durch den Sturm und treffen auf eine Urgewalt der Natur, welche mal wieder wunderbar veranschaulicht wie klein wir Menschen doch sind.

Dramaturgisch macht die ganze Entwicklung Sinn und auch Spaß, denn der Film wurde sehr solide und stellenweise sehr spannend inszeniert. Die Figuren bleiben über den größten Teil der Laufzeit glaubwürdig und das obwohl schon in der Eröffnungssequenz zu lesen ist, dass dieser Film auf wahren Begebenheiten beruht. Man muss halt mitfühlen, sich quasi auf das ganze Szenario einlassen können. Zwar reibt Petersen besonders im Finale ein wenig viel vom Hollywoodtaschentuchkitsch in die Augen, weshalb zumindest ab diesem Zeitpunkt, bei mir die erwünschte Wirkung (heulen) nicht eintreten wollte. Zumal die Charaktere für solch eine drastische Situation viel zu cool reagieren (nicht das sie eine andere Wahl gehabt hätten).

Die Effekte sind realistisch und überzeugend und sorgen in Verbindung mit dem Score für ordentliche Bilder. Sicher, Clooney und auch Wahlberg waren schon in besseren bzw. cooleren Rollen zugange, doch soll das nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein, da solche Genrefilme nur in abgesteckten Grenzen funktionieren. Auf jeden Fall kein Film den ich mir noch dreimal anschauen werde, aber während der gesamten Laufzeit unterhaltsam.


Mal was anderes, oder eben auch nicht. Dafür das der Film vom Wolfgang Petersen ist



7/10

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