1. Akute Peritonitis (= Bauchfellentzündung)
2. Perforation des Sigmadarms (verursacht durch Pferd)
Das die offizielle Todesursache von „Mr. Hands“ (so sein Nickname bei Szenetreffen oder in Internetforen), der an den Folgen von Sex mit einem Pferd verstorben ist.
Das Skandalvideo, das den vollen Geschlechtsakt samt 50cm-Riesenpferdepimmel, der bis zum Anschlag in schmächtigem Männerpopo steckt, zeigt, kursiert seit geraumer Zeit im Netz, erreicht Rekordaufrufzahlen und das, obwohl es eigentlich nur folgende Reaktionen zulässt: fassungsloses Kopfschütteln, blankes Entsetzen, mitfühlende Schmerzenschreie, angewidertes Weggucken und Hass und Unverständnis gegenüber den niederen Subjekten, welche dieses Video verbrochen haben.
ZOO ist nun ein Film halb Doku, halb Drama, der die Geschehnisse, wie es zu besagtem Video kam, etwas hinterleuchten und die Figur des „Mr. Hands“ ins rechte Licht rücken möchte…
…was ihm aber leider nicht vollends gelingt, was folgende Gründe hat:
Jeder, der sich ZOO zulegt bzw. anschaut, wird von den gleichen Fragen gepeitscht, welche da wären „Wer war dieser „Mr. Hands“ wirklich?“ und „Welcher Teufel hat ihn geritten, sich von einem Gaul in den Arsch ficken zu lassen?“.
Der Film arbeitet heraus, dass „Mr. Hands“ Ingenieur von Beruf war, in Scheidung lebte und einen Sohn hatte, den er über alles liebte. Dass er in gewissen Foren vertreten war, in denen sich Menschen austauschen, die gerne Sex mit Tieren haben. Dass er via Internet auch jemanden kennen lernte, der heimlich Treffen auf seiner Ranch abhielt, wo Leute mit der selben sexuellen Gesinnung wie „Mr. Hands“ zusammenkamen. Dass es dann irgendwann zu jener schicksalhaften Nacht außerhalb von Seattle kam, in der „Hands“ und ein Bekannter, beide gut angeheitert, noch einmal unerlaubter Weise und mit Digicam im Gepäck zu den Pferden auf die Koppel gingen.
Mehr erfährt man allerdings nicht. Die Frage, was für ein Mensch dieser „Mr. Hands“ wirklich war, bleibt im Dunkeln und auch sein Wesen, sein Charakter werden nicht wirklich herausgearbeitet. Ist aber wahrscheinlich auch schwer zu erklären, wie man dazu kommt, sich in einen Vierhufer zu verlieben.
„Ich war böse. Ich war böse, weil ich mein Tier lieber hatte, als die meisten Menschen.“
Diese Werbezeile lässt auf ein feinfühliges Drama schließen, auf einen Film, der einen Einblick in seelische Abgründe gewährt, aufzeigt, dass nicht jeder ein „Friede-Freude-Eierkuchen“-Leben führt wie in den Highschoolkomödien immer propagiert.
Doch ZOO ist weder Fisch, noch Fleisch, weder schlüssige Doku, noch downendes Drama. Auszeichnen tut sich der Streifen just durch seine beschaulichen Landschaftsaufnahmen und die vielen Gesprächspausen. Mehrere Erzähler schwatzen dann immer was über die fatale Nacht (im Originalton wurden authentische Interviews von Beteiligten, z.B. ein Stallbursche… verwendet), agieren tun Schauspieler, die es nicht wirklich drauf haben. Und das war’s! Am Ende erfährt man noch, dass aufgrund dieses Vorfalls die Gesetze im Staate Washington verschärft wurden und nun Sex mit Tieren als Schwerverbrechen geahndet wird. Und dass der Gaul, der den Darmriss von „Hands“ verursachte, von seinen Besitzern kastriert wurde, nicht als Strafe, sondern um Perverslinge davon abzuhalten, das Vieh aufzukaufen oder für andere Zwecke zu verwenden.
Zoophilie (Definition laut Wiki: "...bezeichnet das sexuelle Hingezogensein zu Tieren.") – diese Thema gab’s schon des Öfteren im Film…
- Takashi Miikes „Dead Or Alive“ – Hund fickt Frau
- “Horrible High Heels” – Typ fickt Gans
- “Leolo” – Junge fickt Katze
- „Police Academy“ – Ltd. Harris Kopf steckt in Pferdearsch
- Tromas „Zurück zur Natur“ – Tussi verliebt sich in Bär
- „La Béte“ – Tussi wird im Wald von Werwolf-ähnlichem Biest vergewaltigt
…allerdings wurde das Thema immer nur kurz angeschnitten, für schockende Atemstocker oder frivole Kalauer verbraten. Ein Film, der sich so richtig ernsthaft mit diesem pikanten Thema auseinandersetzt, muss wohl erst noch gemacht werden.
„Manchmal will ich einem Pferd nur an die Eier fassen. Wie die sich anfühl’n? Naja, die sind schön warm.“
Fazit:
"Der Pferdeflüsterer" goes Buttgereit - Mindergelungenes Doku-Drama, dass einem die missliche Lage, sexuell von Pferden angetan zu sein, nicht wirklich nahe bringt und auch sonst eher zum Sekundenschlaf als zum Nachgrübeln einlädt.
Was gibt’sn heut Mittag? A gute Rosswurst – hm, lecker…