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Dem 1980 erschienen „Heavy Metall“ folgenden ist „Heavy Metal 2000“ für ein rein männliches Publikum bestimmter Anime. Dem entsprechende Mucke gibt es ständig und alles, was damit, so klischeevoll es auch ist, in Verbindung gebracht wird oben drauf: Sex und Gewalt.

Wie das Comicvorlagen so ist, reichen sie für einen Film nie aus, könnten maximal eine Zeichentrickepisode füllen und so ist auch diese Geschichte ein verdammt zähes Gerät. Wir haben hier einen Bauarbeiter, der bei seiner Arbeit einen Kristall ausgräbt, der ihn von nun an nicht nur stark und schier unsterblich, sondern auch überaus aggressiv macht, was sein Kollege sogleich zu spüren bekommt. Sich ein Schiff kapernd, zieht er durch die Galaxis, um Unsterblichkeit zu erlangen. Dabei zieht er eine Schneide der Verwüstung, die auch den Planeten Eden erreicht, wo eine gewisse Julie, die Heldin dieses Abenteuers, wohnt. Die muss nun mit ansehen, wie Vater dahingemetzelt und Schwester entführt wird. Zusammen mit einem sich erbarmenden Söldner zieht sie, von Rachegelüsten angetrieben und mit dicken Knarren im Gepäck, los, um dem fiesen Sack zu plätten.

Auf dieser langen Reise gerät man an allerlei männliches Volk, das nicht immer freundlich gesinnt ist und dann den Waffen einer Frau weichen muss. Soll heißen, entweder werden sie aufs Blutigste klein geschossen oder eben flach gelegt. „Heavy Metal 2000“ spart weder an Gedärmen, Organen und blutigen Löchern, noch an den offensichtlichen Reizen dieser Frau (unter der Dusche oder knapp bekleidet), beziehungsweise dem darauf folgenden nicht jugendfreien Ritual. Humor, meist auf das männlich johlende Publikum abgestimmt, gibt’s bisweilen auch, allerdings dann meist platt und stupide.

Der Zeichenstil ist ordentlich, nicht revolutionär, aber auch nicht schlampig. Die Liebe steckt im Detail, vor allem in den Hintergründen und die Fans wissen das sicher zu schätzen – macht den Film allerdings noch nicht massentauglich. Denn auf den Storypfaden wurde nun schon allzu oft gewandert und so kann auch diese Amazone den ausgelutschten Motiven keine neuen Impulse entlocken. Die Ballereien sind zwar nett, keinesfalls jedoch revolutionär und so herrscht bis zum schwertschwingenden Ende fast chronischer Actionmangel vor.

Fazit:
So ist „Heavy Metal 2000“ ein ordentlich gezeichneter Anime, der einen erhöhten Härtegrad und viel nackte Haut zu bieten hat. Weder der einfallslose, lahme Plot, noch der chronische Actionmangel hauen aus den Socken. Aber dafür sollen ja auch ganz andere Bilderchen sorgen. Unterhalten kann das Gerät zwar, mehr ist leider auch nicht drin. Wohl eher was für Fans und gepflegte, niveaulose Männerabende.

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