Zu Anfangs sieht man eine Frau (oben ohne) an einem Tisch rumsitzen. Ab und an stolziert eine andere daran vorbei. Ein Mann, nur mit Küchenschürze bekleidet, stellt ihr kurz darauf einen Kuchen hin, den sie anfängt zu verzerren. Dazu läuft pompöse klassische Musik.
Der Zuschauer ist bis dahin schonmal verwundert, da er keine Idee hat, auf was das alles hinauslaufen könnte, bzw., welcher Sinn mit dem Gezeigten verfolgt wird. Als dann allerdings der Titel Scheißkerl und der Name Otto Mühl eingeblendet werden, kann man sich schon denken in welche Richtung es weiter gehen wird.
Und die Ahnung erfüllt sich: Die eine Frau bekommt nun von der, die bisher nur stolzierend zu sehen war einen Einlauf verpasst, unter ihr liegt Otto Mühl persönlich. Anschließend bekommt dieser, in einer wunderbaren Nahaufnahme, ihren Durchfall auf den Körper gebrettert, der von den beiden Damen verteilt wird oder auch als Futter für Mühl dient. Danach folgt den Rest des Films eine Annilingus-, Oral- und Onanieaneinanderreihung, bei der die Tatsache, dass eine der Frauen selbst an ihrem Penis herumspielt,kaum ins Gewicht fällt.
Die drei Pole, die Mühl meistens in seinen Filmen und Aktionen verwendet, Kopulation, Ausscheidung und Nahrungsaufnahme, werden hier ungeschönt und extrem direkt auf den Punkt gebracht. Allerdings in einer weniger spektakulären Machart als z.B. in Sodoma. Die Negativfaszination kommt hier nicht so recht zustande. Das liegt zum einen daran, dass man den Bildern keine richtige Ästhetik ansehen kann, wie es sonst der Fall ist (auch wenn man sich sonst nicht minderekelig gibt). Zum Anderen fehlt hier die übliche schnelle Schnitttechnik, die dem ganzen Geschehen eine gewisse Extranote gibt. Allein durch die klassische Musik entseht ansatzweise das übliche Pendeln zwischen Faszination und Abscheu.
Wenn man sich mit Otto Mühl und seinem Schaffen auseinandersetzen will, ist es durchaus nicht verkehrt, acht Minuten seines Lebens für Scheißkerl zu verwenden. Als Aushängeschild für seine Kurzfilme ist das Ganze allerdings nicht geeignet.