Die beiden Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro haben bisher nur in unbedeutenden Fällen ermittelt. Doch nun ist die 4-jährige Amanda spurlos verschwunden und auch eine Lösegeldforderung wurde nicht gestellt. Amandas Tante ist unzufrieden mit der Arbeit der Polizei und heuert die beiden Detektive an. Der Fall ist alles andere als einfach und mit der Zeit verschwimmt die Grenze zwischen Opfern und Tätern immer mehr.
Ben Affleck scheint sich die letzten Jahre beinahe mehr auf Regiearbeiten, als auf die Schauspielkunst zu konzentrieren. In seinem Regiedebut Gone Baby Gone nimmt er es gleich mit dem schwierigen Thema eines verschwundenen Kindes auf mit all seinen moralischen Dilemmas. Das Ergebnis ist dabei für ein Erstlingswerk sogar erstaunlich reif ausgefallen, denn Affleck verzichtet bewußt auf die lauten Töne oder wilden Ballereien, sondern setzt verstärkt auf seine Figuren und deren Verflechtungen untereinander.
Im Zentrum stehen die beiden Privatdetektive Patrick und Angela, die von der Tante der kleinen engagiert wurden, bei der Suche nach dem vermißten Kind mitzuhelfen. Durch Patricks excellente Kenntnisse der Menschen in dem Bostoner Stadtteil, sieht sich sogar die Polizei genötigt die beiden Private Eyes zu unterstützen. Die Ermittlungen verlaufen zunächst recht linear zu einem Drogendealer, ab der Halbzeit aber werden die doppelten Böden ausgepackt. Keiner der Beteiligten scheint dabei die Rolle zu spielen die ihm zunächst zugedacht war und die Auflösung läßt die Frage zu, was ist moralisch zulässig und wo sollten Grenzen gezogen werden.
Die Darsteller sind mit Morgan Freeman und Ed Harris speziell in den Nebenrollen wirklich gut, während Casey Affleck mir zu blaß erschien und Michelle Monaghan ist eh bloß Stichwortgeberin. Insgesamt kann man den Film als gelungen betrachten, für einen Erstling allemal. Gewisse Längen kann man da ab und an schon mal verzeihen.
7/10