Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 01.06.2014

Als direkter Vorläufer von „The Town“ auf Anhieb identifizierbar, erweist sich „Gone Baby Gone“ als der intimere Film, gleichwohl er ebenso sehr ein Stadtportrait ist wie jener Nachfolger, der die „Town“ als Essenz konsequenterweise schon im Namen stehen hat. Bens Bruder Casey dreht richtig auf, derweil er sich als Privatermittler durch das wirre Geflecht der Kindesentführung schlägt, eine Suche, die von der erbarmungslosen Stadt erschwert wird. Michelle Monaghan macht ihre Sache zwar auch nicht schlecht, fungiert letztlich aber nur als jene Nadel, an der ihr Partner im Finale, das Vorstellungen über das Gute und Böse in einem moralischen Nebel verschwimmen lässt, seinen eigenen Charakter ablesen wird. Das Skript lässt mit eingeflochtenen Machtspielen, milieubezogenen Drohgebärden und Verfolgungsjagden immer mal wieder den Puls ansteigen, was auch durch die außergewöhnlichen Nebendarstellerleistungen sehr begünstigt wird – einmal mehr ist Ed Harris hier herauszuheben. Ein bemerkenswertes Regiedebüt Afflecks, der mit seinen Fähigkeiten als Dirigent jene als Schauspieler auf Antrieb zu übertreffen versprach.

*weitere Informationen: siehe Profil

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