Frank Serpico, ein einsatzfreudiger, unbestechlicher und rechtschaffender Cop, bei den Kollegen ist er dafür verhasst. Die Bronx ist sein Revier, doch muss er erleben, dass sie mehr von den Polizisten als von den Drogendealern kriminalisiert wird. Sogar der Commissioner ist einbezogen. Serpicos anfänglich anonymer Kampf gegen die Korruption wird öffentlich. Serpico wird niedergeschossen...
Ein erschreckend realistisches Bild, was Lumet dort aufzeichnet. Ob sich alles wirklich so krass abgespielt hat, bleibt dahingestellt, von der Hand zu weisen ist sie keineswegs. Korruption wurde bisher in keinem Film so direkt angepackt und die zunehmende Isolierung innerhalb der Polizeitruppe ist sehr intensiv dargestellt. Hoffnungslos, trostlos und voller Wut steckt die Inszenierung und macht das Werk dank exzellenter Darsteller zum Meisterwerk. Einen vergnüglichen Abend bekommt man mit Serpico kaum, aber die Mischung aus Thriller und Cop-Drama bleibt einem lange im Gedächtnis. Während die eigentliche Auflösung, wer denn letztendlich auf Serpico schoss, beinah brillant inszeniert ist, wirkt das was danach kommt etwas aufgesetzt. Damit ist aber schon alles Negative verbucht.
Fazit: Ein toller Film, der schon viel früher wieder hätte aufgelegt werden müssen.
Härte: 4 von 10
Gesamteindruck: 8 von 10