Als ein paar Jugendliche auf einem Friedhof aus Versehen einen schlecht gelaunten China-Dämon in Gummi-Ganzkörpermontur zum Leben erwecken und dieser fortan die heimatverbundenen Bewohner des Kuhkaffs Gold Lick, Oregon, terrorisiert, hat Teenager Jeff, der wohl größte existierende Bruce Campbell-Fan, die krass gute Idee, seinen Superstar im Kampf gegen die Kreatur um Hilfe zu bitten. Das Problem: Bruce ist gerade im Dreh zu Cave Alien 2, einem weiteren Meilenstein seiner Filmkarriere. Problem Nr. 2: Der hochbegehrte Schauspieler würde einen Teufel tun, bekloppten Fans unter die Arme zu greifen. Also kidnappen die Goldlicker hurzerhand den Hoffnungsträger und schaffen es tatsächlich, Bruce mit Freibier und den heißen Kurven von Jeffs Mama einigermaßen bei Laune zu halten. Bis der bärtige Untote erscheint und unser Held schleunigst die Flucht ergreift.
So manch einer wird von diesem heißersehnten neuen Werk mit Bruce Campbell, bei dem er ja höchstpersönlich die Regie führte, etwas enttäuscht sein, da der Film nicht unbedingt die "Schenkelklopfer-Komödie" darstellt, die viele vielleicht erwartet haben. Vielmehr gibt es hier Humor der selbstironischen Art, wie man ihn besser nicht in Szene setzen kann. Ganz generell ist es wohl eher sehr selten der Fall, das ein Schauspieler den Mut besitzt, sich selbst so sehr auf die Schippe zu nehmen, wie Campbell es im vorliegenden Film tut. Von der ersten bis zur letzten Minute trieft "My Name is Bruce" vor Selbstironie, Campbell stellt sich selbst als eine Art Versager hin, der aber trotzdem an vollkommen übersteigertem Selbstbewustsein leidet.
Die Filme, in denen er mitspielt sind qualitätsmäßig nicht gerade hochwertig, er lebt in einem alten Wohnwagen, der auch schon einmal bessere Tage gesehen hat und seine Fans behandelt er eher wie den letzten Dreck. Auch seine coolen Sprüche sind eher als Kalauer anzusehen und im Endeffekt ist er nicht mehr als ein Feigling mit einer zu großen Klappe. Und gerade diese ausgeprägte Selbstironie kommt hier so fantastisch zur Geltung, das sie Bruce jede Menge Sympathiepunkte einbringt und man diesen Typen einfach mögen muss.
Neben dieser wirklich erstklassigen Art von Humor ist sicherlich der extrem trashig wirkende China-Dämon das absolute Highlight dieses Films. Allein sein ständiges Auftreten, das permanent von irgendwelchen chinesischen Wortfetzen begleitet wird, die sich viel eher wie ein zusammengesetztes Kauderwelsch anhören, sorgen dafür, das man ein Dauerschmunzeln kaum aus dem gesicht entfernen kann. Das Aussehen des Dämons ist meiner Meinung nach ganz bewust so vollkommen überzogen und trashig dargestellt worden und passt ganz einfach perfekt in das tolle Gesamtbild, das dieser Film bietet.
Und wie kann es anders sein, gibt es auch hier als garnierung einige doch recht harte und blutige Szenen, die man so vielleicht gar nicht erwatrtet hätte. Doch Bruce Campbell wäre nicht er selbst, wenn er diese Passagen nicht eingefügt hätte. Ausserdem wird diesen Sequenzen durch den vorhandenen Humor einiges an Härte genommen und sie wirken so vielmehr witzig und teilweise schon etwas skurril, was dem gesamtwerk sehr gut zu Gesicht steht.
So kann man hier abschließend zu dem Fazit gelangen, das Campbell mit "My Name is Bruce" wieder einmal voll ins Schwarze getroffen hat und eine Horror-Komödie an den Start gebracht hat, die eine absolute Bereicherung für das Genre ist. Feinster und bissiger Humor, gepaart mit einer netten und sehr selbstironischen Story sorgen hier dafür, das Genre-Fans das Herz im leibe lacht. Und zusätzlich noch ein Bruce Campbell, der sich meiner Meinung nach einmal mehr wieder selbst übertrifft.
8/10