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Als ein paar Jugendliche auf einem Friedhof aus Versehen einen schlecht gelaunten China-Dämon in Gummi-Ganzkörpermontur zum Leben erwecken und dieser fortan die Bewohner des Kuhkaffs Gold Lick, Oregon, terrorisiert, hat Teenager Jeff, der wohl größte existierende Bruce Campbell-Fan, die krass gute Idee, seinen Superstar im Kampf gegen die Kreatur um Hilfe zu bitten. Das Problem: Bruce ist gerade im Dreh zu Cave Alien 2, einem weiteren Meilenstein seiner Filmkarriere. Problem Nr. 2: Der hochbegehrte Schauspieler würde einen Teufel tun, bekloppten Fans unter die Arme zu greifen. Also kidnappen die Goldlicker kurzerhand den Hoffnungsträger und schaffen es tatsächlich, Bruce mit Freibier und den heißen Kurven von Jeffs Mama einigermaßen bei Laune zu halten. Bis der bärtige Untote erscheint und unser Held schleunigst die Flucht ergreift.
Endlich mal ein Schauspieler der sich und sein Schaffen nicht allzu Ernst nimmt und sich selbst gnadenlos durch den Kakao zieht. So zeigt er sich hier im (fiktiven) Privatleben als egomanischer Arsch, der Whisky aus Hundenäpfen trinkt und in einer Wohnwagenabsteige sein Dasein fristet, die nur unwesentlich luxuriöser ist als ein großer Pappkarton in einer Nebenstraße.
Die Story ist dabei vollkommen auf B-Trash ausgelegt und bewußt in etwa so realistisch wie eine korrekte Arbeitslosenstatistik. Als Zuschauer darf man dabei lustig die vielen Anspielungen und In-Jokes zählen, die hier auf Campbell im speziellen und die gesamte Filmindustrie im allgemeinen gemacht werden. Da treiben sich also ein paar Gören auf einem Friedhof rum, erwecken unabsichtlich einen alten China-Dämon, aber anstatt die Polizei, Marines oder wenigstens die Nationalgarde zu alarmieren wird der vermeintliche Action Held gekapert und die Handlung wird auch noch vom ganzen Dorf befürwortet. Die Handlung soll also bitte niemand auch nur ansatzweise für bare Münze nehmen.
Für eine FSK 16 Freigabe wird dafür aber zum Teil recht heftig geschnetztelt, der Asia Sensenmann (der nicht nur zufällig im Billig Armee der Finsternis Stil designed wurde) säbelt munter Köpfe und Arme ab, allerdings sind diese Szenen deutlich eher auf Lacher aus und recht durchschaubar inszeniert, da bewies sogar die FSK Kommision ein wenig Humorverständnis. Überhaupt steht der Spaß hier eindeutig im Vordergrund, es sind wirklich eine ganze Reihe von Brüller dabei, die auch funktionieren wenn man Campbell und seine Filme nicht kennen sollte. Klar ist auch der eine oder andere Rohrkrepierer mit dabei, jedoch sind diese deutlich in der Minderheit. Wenn Bruce auf seiner feigen Flucht im Rückwärtsschießen beinahe mehr Dörfler erlegt, als der Dämon selbst oder wenn in einigen Zwischenschnitten eine Hillbilly Countryband das aktuelle Geschehen per Song kommentiert, sind einfach nur zum schießen.
Logisch natürlich das zum Showdown Bruce seinen Mut findet und den Ash rauskehrt und zur seltsamen Moral, das Tofu doch gesundheitsförderlich ist, der Chinaböller zurück in seine ewigen Jagdgründe gescheucht wird. Campbell hat dabei sichtlich Spaß an seiner Selbstpersiflage und actet das sich die Balken biegen. Auch sein alter Spezl Ted Raimi darf gleich drei Gastrollen übernehmen und ist sichtlich auch mit guter Laune dabei. Insgesamt gibt diese Mixtur eine wirklich ulkige Horror Komödie ab, der man kleinere Schwächen gerne nachsieht, für Fans des Monsterkinns ist My Name is Bruce sowieso Pflicht.
8/10 

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