Review

Zu der Reihe „8 Films to Die For“ zählen leider einige Beiträge, die vielversprechend klingen, aber total uninteressant umgesetzt wurden („Unrest“, „Hamiltons“, „Unearthed“) und nun reiht sich auch „Crazy Eights“ in diese Riege ein.
Prinzipiell lässt sich aus einem verlassenen Gemäuer und einem Rachegeist immer etwas Unterhaltsames kreieren, nur sollte man letztlich, nachdem diese Idee bereits geschätzte 387 Mal umgesetzt wurde, auch mal ein wenig Innovation zeigen, was den Machern nur in Bezug aufs Grundkonzept zu bescheinigen ist.

„Crazy Eights“ nannte sich die Gruppe von Freunden aus Kindertagen, die ein düsteres Geheimnis miteinander verbindet. Nach der Beerdigung eines Mitgliedes gehen sie Hinweisen auf eine alte Truhe nach und finden darin das Skelett eines Mädchens. Kurz darauf landen sie in einem verlassenen Krankenhaus, werden eingeschlossen und müssen sich nach und nach ihrer Vergangenheit stellen.

Es ist ein Spukhaus/Rachegeist-Film der reichlich unspektakulären Sorte. Kaum Schockmomente, fast überhaupt keine Blutszenen und zu wenig Atmosphäre in den alten Gemäuern, die einst für Experimente an Kindern dienten.
Bereits der kühl distanzierte Einstieg mit recht flachen Charakterzeichnungen der ehemaligen Freunde verheißt wenig Potential zum Mitfiebern, obgleich innerhalb der ersten Minuten in Sachen Spuk Lust auf mehr gemacht wird, indem ein Diaprojektor ein Eigenleben führt und eine modellierte Figur sich kurz zu bewegen scheint.

Doch mit Eintritt ins ehemalige Krankenhaus verschwindet schlagartig das Interesse am Geschehen, das Erzähltempo flacht derbe ab und die latent schwirrenden Hüllkurven der Sounduntermalung lassen einen auf Dauer eher einnicken, als Spannung zu erzeugen.
Zunächst versucht die Gruppe einen Ausgang zu finden, während sich einzelne bereits ankeifen, bis sich jemand von der Gruppe löst, eine zischend flüsternde Stimme erklingt und der Betreffende, sozusagen auf Order, Selbstmord begeht.
Dazwischen erkunden die übrigen mit Taschenlampe die Räumlichkeiten, finden auch mal alte Aufzeichnungen, doch von einer spürbaren Bedrohung ist die meiste Zeit nichts zu sehen oder zu hören.

Trotz Mitwirken bekannter Gesichter wie Dina Meyer, Traci Lords und Gabrielle Anwar, die neben ihren männlichen Kollegen deutlich glaubhafter agieren, wird man mit den Figuren einfach nicht warm. Man hat nie den Eindruck, dass es sich um Freunde aus der Kindheit handelt, zu steif fallen da die Dialoge aus und zu selten kommen sich einzelne näher, vielmehr liegen Spannungen und gegenseitige Schuldzuweisungen in der Luft, - die Gruppe wirkt wie ein beliebig zusammen gewürfelter Haufen, etwa wie in „Cube“.

Dabei hätte die Geschichte, die als Hintergrund ein Geheimnis von Verantwortung und Schuld bietet, durchaus Potential gehabt, doch auch hier schleichen sich unüberbrückbare Logikfehler ein, die der Erzählung das Genick brechen (Freunde vergessen achtes Mitglied, verdrängen ohnehin viele Erinnerungen, magere Versuche aus dem Gebäude zu kommen, warum erst jetzt die Rachetour?…).
Ein paar Flashbacks mehr und ein paar Zickereien weniger hätten der fahrigen Inszenierung möglicherweise weitergeholfen, doch insgesamt werden zu viele Details recht fahrlässig behandelt, es herrscht auf allen Ebenen Willkür.

Letztlich hat man auf der Habenseite glaubhafte Darsteller und eine okaye Location, doch alles andere, wie originelle Ableben, temporeiche Konfrontationen oder eine schlüssige Geschichte bilden hier deutliche Defizite.
„Crazy Eights“ bietet demzufolge kein „Must See“ für Horrorfreunde, vor allem nicht für solche, die bereits einiges aus dieser Richtung gesichtet haben.
3,5 von 10

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