Mir wird wohl mein Lebtag unbekannt bleiben warum Adrian Lyne immer wieder vorgeworfen wird er könne nur immer wieder ähnliche Eroktikfilmchen drehen, während andere gute Regiesseure sich auch ihr Leben lang auf ein Genre versteifen. Zu mal jeder der Lyne´s - zugegebenermaßen auch besten Film- "Jacob´s Ladder - In der Gewalt des Jenseits" eines besseren belehrt worden sein sollte.
Er erzählt stilvoll in unglaublich atmosphärischen Bildern und schlüpft teilweise in wunderbare Details und Momentaufnahmen. Die Bilder sind von herrlicher, leicht vernebelter Natur wie durch eine dünne Scheibe die die Realität filtert.
Angenehm ist auch das Lyne in diesem Film die Erotik nicht durch Sexszenen entstheen läßt wie wir sie schon in etlichen Filmen geshen haben, sondern er ganz und gar ohne sie auskommt (bzw. evtl auch auskommen musste da die junge Hauptdarstellerin zur Drehzeit noch minderjährig und ihr kennt ja die Amerikaner...*g*). Dies gibt dem Film eine ganz unterbewußte Spannung, ebenso wie das teils unklare und seltsame Verhalten von Lolita, die wirklich herrlich kindlich gepsielt herüberkommt, aber auch in einigen Szenen ihre Erwachsenenseele zeigt.
Auch die Dramatik zwischen den Charakteren und der Situation kommt wunderschön zur Geltung, getragen von den stilvollen Bildern voller Licht, Schatten, Herbstblättern und grünen Wiesen.
Der Film ist von seiner Art her so verscheiden zu Kubrick´s Verfilmung das es sich nicht lohnt die beiden auf einer wirklich gerechten Basis zu vergleichen. Jeder hat seine ganz eigene Art dieses Stück Weltliteratur zum Leben zu erwecken.
Das mag alles sehr schön klingen, doch ein Manko hat der Film leider. Über die ganzen 133min der ungekürzten Originalfassung hinweg wird er eigentlich nie langweilig, doch auch nie sehr spannend. Der Film rauscht an uns vorbei ohne das es uns groß auffiele. Es läßt zwar einige Gedanken in uns zurück, doch kann der Film insgesamt nicht so bewegen wie der Roman und verblasst leider sehr schnell wieder obwohl man zwischendurch immer das Gefühl hat, man könne alles fühlen und spüren, aber am Ende bleibt nicht viel.
Schade, aber vielleicht sind einige Werke eben für die Bücherwelt und nicht für die Leinwand bestimmt und vielleicht ist das auch gut so...trotzdem ist der Film allemal einen Blick wert.