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Der junge Mill, der von einer streng gläubigen Mutter, die in einer religiösen Gemeinschaft verkehrt, erzogen wird und deshalb keine Musik hören und nicht fernsehen darf, lernt in der Schule den Rowdy Lee kennen, mit dem er sich den Film "Rambo" ansieht. Inspiriert von Stallones Werk versuchen die beiden nun selbst einen "Rambo"-Teil zu drehen, bei dem die beiden vollkommen unterschiedlichen Elfjährigen Freundschaft schließen.

Im Mittelpunkt von "Der Sohn von Rambow" steht von Anfang an die kindliche Fantasie, die die beiden elfjährigen Filmemacher bei ihrem Projekt immer weiter vorantreibt, sie einander näher bringt und von ihren privaten Problemen befreit. Und mit eben dieser Fantasie, mit jener Freude ging Regisseur Garth Jennings, der zuvor mit "Per Anhalter durch die Galaxis" in Erscheinung trat, ans Werk, was man dem Endprodukt definitiv ansieht.

Die beiden Hauptfiguren sind dabei gelungen konstruiert. Will, der unter seiner enorm konservativen und religiösen Erziehung leidet und immer häufiger wegen seiner neuen Freundschaft und dem Filmprojekt im Konflikt mit seiner Mutter steht, ist genauso liebevoll konstruiert und sympathisch gestrickt, wie Lee, der von seinen Eltern vernachlässigt wird und gern mehr Aufmerksamkeit von seinem großen Bruder bekommen würde. Die Freundschaft, die die beiden schließen, wird ebenfalls thematisiert und der Plot vertieft seine Ansätze dabei durchaus immer weiter.

Neben den Anflügen von Dramatik steht jedoch ganz klar der Humor im Vordergrund. Vor allem bei den Dreharbeiten des Duos, bei denen sie mitunter halsbrecherische Stunts inszenieren, gibt es einiges zu Lachen, wobei der sympathische Eindruck, den der Film von Anfang an erweckt, dabei keinerlei Schaden nimmt. Vor allem in der ersten Filmhälfte unterhält "Der Sohn von Rambow" so durchaus gelungen und familienfreundlich.

Die Traum-Sequenzen, und die Verwendung von Zeichentrickelementen, mit denen Jennings das kindliche Vorstellungsvermögen und das Kino als Produkt und Ausgangspunkt der Fantasie förmlich celebriert, verstärken den grundsympathischen Eindruck noch weiter und heben das Feel-Good-Movie von der breiten Masse ab.

Leider hat der Film aber auch unübersehbare Schwächen, ohne die noch mehr drin gewesen wäre. So sind manche Szenen, auch wenn es sich hierbei um einen Film für Kinder handeln mag, die mit den tieferen Ansätzen jedoch nicht viel anfangen können werden, einfach zu naiv und auch das Ende ist einfach zu kitschig, als dass man es dem Film nicht anlasten könnte. Zudem ist das Erzähltempo mitunter ein wenig zu langsam gehalten, was gerade in der zweiten Filmhälfte, in der schließlich die Gagdichte nachlässt und zu viele dramatische Elemente einfließen, zu der einen oder anderen Länge führt. Im Großen und Ganzen unterhaltsam ist das Endprodukt dennoch.

Unter darstellerischen Gesichtspunkten gibt es im Grunde nur Erfreuliches zu vermelden. So überzeugen die beiden liebenswerten Kinderdarsteller Bill Milner, der den Zuschauer mit seinem hervorragenden, einfühlsamen Spiel durchaus emotional am Schicksal seiner Figur teilhaben lässt, und Will Poulter, der ebenfalls eine, trotz seines Alters und mangelnder Erfahrung, beachtlich starke Leistung vollbringt. Aber auch der restliche Cast weiß durchaus zu gefallen.

Fazit:
"Der Sohn von Rambow" überzeugt mit seinen überraschend guten Kinderdarstellern, der fantasievollen Inszenierung und seiner enorm sympathischen Art, womit das Feel-Good-Movie durchaus Unterhaltung für die ganze Familie bietet. Für ältere Zuschauer ergeben sich in dieser Ode an die kindliche Fantasie jedoch einige Naivitäten, wie etwa das kitschige Ende, sowie ein paar kleinere Längen in der zweiten Filmhälfte. Dennoch ein empfehlenswerter Film, der sich von der breiten Masse abhebt.

64%

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