Zu viele Themen in einem Film sind wie zu viele Köche, die den Brei verderben. Esoterik hin, Geschwafel und Kitsch her. Der große Wurf ist dieser Film nicht geworden. Obwohl ich sperriges Anti-Mainstreaming mag, hatte ich mir mehr verständliches Entgegenkommen gewünscht. So sind viele Aspekte des Streifens interessant erzählt und machen neugierig. Dem gegenüber stehen rätselhafte Szenen, die man deuten und diskutieren kann. Wäre auch nicht so falsch, wenn der Film JUGEND OHNE JUGEND einen einheitlichen Stil hätte. Nazis treten in INDIANA JONES-Manier auf, machen Frankenstein’sche Blitzexperimente mit aufgehängten Pferden oder vögeln sich mit Hakenkreuzstickerei am Dessous durch die Szene. Dann wieder pures Kopfkino, das in den Mysterybereich kippt … danach träge Langwierigkeit und „halbwissenschaftliche“ Dialoge und Aktionen, deren tieferer Sinn mir verschlossen bleibt. Ich mag anspruchsvolles Kino, doch was hat der „Großmeister der Regisseure“ hier geschaffen? Zu viele Bereiche werden hier ausgelotet, zu viel Nebulöses als wichtig und einzigartig dargestellt. Dabei vergisst der „Großmeister“ die einfachste Formel des Filmemachens. Ein Film muss unterhalten, um wirklich gut zu sein. JUGEND OHNE JUGEND tut das nur sehr selten. Schade, storytechnisch hätte es ein Knaller-Comeback werden können. Doch irgendwie ist das Teil kräftig in die Hose gegangen, deshalb gerade noch wohlwollende 6 Punkte von mir.
Zu viel „Kopfarbeit“ macht Kopfschmerzen … und wer will die schon haben?