Das Phänomen ist jedem Mann mehr oder weniger bekannt: Die Jahrgangsschönheit sorgt für eine willkommene Abwechslung im schnöden Schulalltag und generiert nicht nur Hoffnungen auf erotische Eskapaden, sondern fördert zudem auch das Balzverhalten pubertärer Teens. Ja, was wären die schulpflichtigen Männer ohne diesen erotischen Ansporn? Wohl nur depressive PISA-Zombies mit einem besseren Numerus Clausus!
ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE
von Jonathan Levine greift dieses Sujet, wie unzählige Filme zuvor auf, und serviert dem Zuschauer einen Teenie-Slasher mit folgender Story:
Mandy Lane (Amber Heard) ist schon ein flotter Feger! So versteht es sich von selbst das alle Jungs des High School Jahrgangs ihr hechelnd ans Höschen wollen. Mandy ist aber nicht so eine, denn. sie hält die Heerscharen von testosteronstrotzenden Typen immer schön artig auf Distanz. Dass dieses unnahbare Verhalten die Kerle noch mehr aufheizt zeigt sich am tragischen Tod eines Mitschülers, der Mandy Lane imponieren will, indem er vom Hausdach in den Pool springt- knapp daneben ist halt auch vorbei...
Neun Monate später fährt Mandy Lane mit einer Gruppe Freunden auf eine abgelegene Ranch, um dort den bevorstehenden Schulabschluss zu feiern. Es wird gesoffen, geschnieft und selbstverständlich Mandy Lane angegraben was das Zeug hält. Doch nach und nach segnen Mandys Freunde das Zeitliche, weil ein Psychokiller sein Unwesen dort treibt. Kann der ranchbewachende Marine Mandy retten...?
Eins muss man Levine lassen, er versucht sich mit ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE vom Gros der Teenieslasher abzuheben. Eine ausgiebige Einführung der Protagonisten, mittels einfallsloser Dialoge und farblosen Darstellern und nen Twist am Ende des Films, der aber in Wirklichkeit keiner ist, weil innerhalb der ersten 15min. des Films schon alles verraten wird! Das Ambitionierte weicht der allseits bekannten Trivialität vieler zuvor produzierten Slasherschinken. SCREAM steht hier zwar überdeutlich als Godfather des Genres Pate, was besonders am Ende von ATBLML mehr als offensichtlich ist, aber leider kann hier weder die Spannung noch die Twistsituation ansatzweise erreicht werden.
Hauptfaktor für das Misslingen von Levines „anspruchsvollem“ Teenieslasherrevival sind die mauen Akteure. Insbesondere Amber Heard ist unsympathisch und unnahbar in ihrer Rolle der Mandy Lane und verspielt damit die Identifikation des Publikums mit ihr. Dadurch gerät auch das vermeintlich innovative Ende zur Farce. Die gewohnt Klischeehafte Darstellung der amerikanischen mittelständischen Jugend heizt den Zuschauer dabei nicht zusätzlich zum mitfiebern an. Der neuerdings so wichtig gewordene sozialkritische Aspekt wurde von Levine selbstverständlich auch noch notdürftig ins Ende reingefriemeltm, sodass wir auch noch eine pseudopädagogische Lektion aus ATBLML ziehen können.
Fazit:
ATBLML ist ein gescheiterter Versuch den Teenieslasher zu retten!
2 Punkte