Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Fassung von Universum Film!

"All The Boys Love Mandy Lane" - das Highlight beim Fantasy Filmfest. Und wie wirkt die klassische Slasher-Story im modernen Gewand auf den Zuschauer?

Ohne Zweifel: Jungschauspielerin Amber Heard ist die Titelrolle der zuckersüßen, unberührten und von allen umschwärmten Mandy Lane auf den verführerischen Leib geschnitten. Doch so unschuldig, wie Mandy Lane dem Zuschauer präsentiert wird, ist die Highschool-Schönheit nun doch nicht.

Und das ist auch ganz klar der Vorteil dieses Slashers: mit einer geschickt einleitenden Nebenhandlung aus der Vergangenheit wird der Zuschauer zunächst auf eine falsche Fährte gelockt und auch ansonsten ist nicht alles so, wie es zunächst den Anschein hat.

Der brutale Killer, der es ganz offensichtlich auf Mandy Lanes Schwärmer und Freundinnen abgesehen hat, kann vom geübten Zuschauer schnell ausgemacht werden, denn groß ist die Auswahl an Verdächtigen nicht und so wird auch die Identität des Killers in der Mitte des Films enttarnt und der Zuschauer in seiner Vermutung bestätigt.

Von da an setzt Regisseur Jonathan Levine auch mehr auf Tempo, denn bis zum ersten Mord nach einer halben Stunde und der Enttarnung des Täters schlachtet "All The Boys Love Mandy Lane" sämtliche bekannte Klischees des Genre aus. Nicht, um sie - wie beispielsweise bei "Scream" - durch den Kakao zu ziehen, sondern um die banale Handlung mit den üblichen Sexspielchen und Drogenexzessen zu füllen.
Vor allem der Erotikfaktor wird hier mit sehr deftigen Dialogen und Sexszenen auf die Spitze getrieben, die nur noch von den vereinzelten, aber recht harten Splattereinlagen übertroffen werden.

Gegen Ende überstürzen sich die Ereignisse, der Blutgehalt nimmt immer weiter zu und die Schocks sind genauso vorhersehbar wie die Identität des Killers, verlieren aber Dank perfekt eingesetzter Toneffekte nichts an ihrer Wirkung.
Das Finale mit der überraschenden Wendung, mit der ich bis dahin nicht gerechnet hatte, erinnert etwas an die Motivation der Killer aus dem ersten "Scream", zollt aber dem neuzeitlichen Empfinden der Jugend Tribut.

Alles in allem ist "All The Boys Love Mandy Lane" nichts weiter als ein stereotyper Slasher mit einigen Überraschungsmomenten. Dem Zeitgeist der heutigen Sehgewohnheiten mit teilweise schnellen Schnitten, grobkörnigen Kameraeinstellungen und unendlichen Slow-Motion-Sequenzen sehr hipp und edel verfilmt, ist "Mandy Lane" ein optisches Highlight, aber auch ein Film, der zwar nicht langweilig, aber auch nicht interessant genug ist, um letzten Endes 100 % zu überzeugen.

Von daher guter Durchschnitt für "Mandy Lane", auch wenn ihr Aussehen mindestens eine "2" wert ist!

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