Der weiße Mann dringt immer weiter in den amerikanischen Kontinent vor und vertreibt dabei die Indianer aus ihren Gebieten. Auch das Land der Apachen wird immer kleiner, obwohl diese den Eindringlingen grundsätzlich freundlich geneigt sind. Old Shatterhand ist Deutscher und überwacht den Bau der Eisenbahn. Der Ganove Santer hat den Bauleiter Bill Jones bestochen, dass dieser die Bahn mitten durch das Gebiet der Apachen baut, um Baukosten zu sparen. Santer allerdings ist ein noch viel gerissener Hund. Er will an das berühmte Gold der Apachen und hat sich mit den fiesen Kiowas verbündet. Als diese angreifen, schlägt Old Shatterhand sie in die Flucht. Winnetou, dessen Lehrmeister Klekih-petra durch Santer getötet wurde, lässt Old Shatterhand festnehmen, da er ihn für den Feind hält, denn immerhin baut er an der Eisenbahn mit.
Aus der sehr erfolgreichen Winnetou Trilogie ist mir der erste im Grunde sogar der Liebste, denn hier ist die Stimmung noch zunächst recht duster und die Geschichte ernsthafter. In den anderen Karl May Verfilmungen haben wir ja ein perfekt aufeinander eingeschworenes Heldenpaar, das für das Gute streitet, während hier zunächst das große Mißtrauen zwischen Roten und Weißen vorherrscht. Auch Winnetou ist längst nicht der der edle Ritter, sondern nach dem Tod seines Lehrmeister durch die Gang von Frederic Santer ein zunächst sogar eher verbitterter Häuptlingssohn, während Shatterhand noch ein Greenhorn aus Deutschland darstellt, der sogar erst nach einer Kneipenschlägerei von Sam Hawkins seinen berühmten Beinamen Old Shatterhand verpaßt bekommt.
Bis es dann zur Blutsbrüderschaft und Wesensverwandtheit kommt, gibt es dann doch mehr Hindernisse zu bewältigen als sonst üblich. So greifen zuvor die Apachen erst- und letztmalig weiße Bahnarbeiter an, die vorher im großen Actionpaket dir böse Schurkenbande aus dem Saloon schießen mußten. Winnetous komplette Familie, was dann auch Shatterhands Love Interest beinhaltet, müssen in den wunderschönen kroatische Prärieersatz beißen und da beiden ihre wichtigsten Menschen verlieren entsteht das Duo, an der viele die ich kenne liebe Kindheitserinnerungen haben.
Vor allem in Sachen Action wird man hier gut bedient. Neben dem großen Saloo/Roswell Action Set Piece gibt es noch einen Überfall auf einen Siedlertrek, natürlich den Showdown und natürlich auch das Duell per Kanu gegen Winnetous Vater. Hier wird wirklich einiges geboten. Dagegen sind die kleineren Schwächen schon verschmerzbar. Gut die Love Story muß wohl sein nicht zuletzt um Shatterhands zukünftige Motivation zu untermauern, auch der doppelte Comic Relief ist verkraftbar. An Sam Hawkins hat man sich ja gewohnt und sogar Chris Howland fällt nicht unangenehm auf, die Sprüche wirken allerdings doch inzwischen antiquiert und auch die übliche Naivität und das Klischee-Schwarz/weiß-Muster gehören letztlich auch einfach zu der Filmreihe dazu. Nur das das zur Blutsbrüderschaft verwendete Messer nicht desinfiziert wurde, ist medizinisch ein wenig bedenklich, lol.
9/10