Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass Aliens, wenn sie denn schon mehrere Jahrhunderte auf der Erde schlummern, - beispielsweise durch Kakteen-Gift in Tiefschlaf versetzt – fast grundlegend in öden Wüstengegenden auftauchen.
Ist hier auch so. Das fördert zwar nicht die kaum vorhandene Atmosphäre oder überhaupt irgendwelche Innovationen zutage, ist aber ansatzweise genießbar.
Sofern man dem Geschehen aufgrund der schwachen Ausleuchtung überhaupt folgen kann.
Dieses spielt in irgendeinem Kaff in New Mexico, wo soeben ein Tank-Truck explodierte und die Straße blockiert. Schuld war eine ominöse Gestalt, die nicht von dieser Welt stammen kann, wie eine indianisch-stämmige Frau später in ihrem Labor feststellt.
Tatsächlich machen monströse Kreaturen bald Jagd auf eine Gruppe, die aus Sheriff Annie (Emmanuelle Vaugier), Durchreisenden und Einheimischen besteht.
Das wurde doch schon mal verfilmt: Hauptfigur Cop/Sheriff leidet unter einem Trauma aufgrund eines unschuldigen Todesopfers, Schauplätze sind Wüste, Höhle, Wüste und die dazugehörigen Indianerfiguren teilen sich in zwei Lager. Der Alte ist weise und gibt entsprechende Philosophien von sich, während der Junge aufbrausend ist, sich gegenüber allen Weißen feindselig verhält und viel zu schnell aus der Fassung zu bringen ist.
Diese Schablonen-Charaktere müssen sich, nebst einigen Randfiguren, sprich gesichtsloses Kanonenfutter, der außerirdischen Macht entgegen stellen.
Dass dabei rein gar nichts Überraschendes heraus kommt, ist bereits nach wenigen Minuten offensichtlich. Die Figureneinführung verläuft zäh und etwas fahrig, doch man weiß genau, in welcher Reihenfolge die Fraggles den Löffel abgeben werden.
Dafür nimmt sich der Stoff auch viel zu ernst und erlaubt sich keinerlei Auflockerungen, allerdings mangelt es auch lange Zeit an Angriffen der Extraterrestrischen, obgleich ein paar böse Vorzeichen gesetzt werden, - in keinem Film dieser Art darf man vergessen, die Rinder eines aufgebrachten Bauern zu zerfleischen.
Mit mehreren Explosionen am Haus einer Tankstelle kommt man letztlich ein wenig in die Gänge, auch der Flug unserer Heldin, die durch die Wucht gefühlte 30 Meter weit wirbelnd an ihren eigenen Truck gepfeffert wird, schon reichlich dämlich aussieht.
Okayer sind die Darstellungen der Aliens ausgefallen, die im Übrigen zum DNS sammeln hergekommen sind und sich infolgedessen zu Affen-Dino. Gewürm oder Mini-Godzilla verwandeln können. Die Husch-Szenen sind etwas zu unübersichtlich ausgefallen, einige Close Ups von Körperteilen aber ganz passabel anzusehen.
Richtig übel wird es jedoch mit der Schauplatzverlegung in eine Höhle, ab da wird es teilweise zappenduster. Unsere Protagonisten sind lediglich mit kleinen Neonröhrchen ausgestattet, so dass man in der Dunkelheit zuweilen kaum mehr ein Gesicht ausmachen kann, was minutenlang anhält und der Unterbelichtung der Inszenierung anzukreiden ist.
Erst im letzten Drittel, als sich die Angriffe etwas häufen und auch mal gefledderte Schädel, ein Verfangen im gesprungenen Türglas und Fangarme, die sich in Körper graben unterkommen, erhält das Treiben den notwendigen Drive mit entsprechenden Temposzenen.
Zwar kommt die Auflösung ein wenig offen und unentschlossen daher, doch wenigstens finden endlich direkte Konfrontationen mit Gegenmittel und Ballereien statt.
Und man erkennt auch wieder die Gesichter der Überlebenden.
Klassisch ist der Stoff allemal, fast wie ein Invasorenfilm aus den 50ern, doch demgegenüber mangelt es „Unearthed“ an Charme und Abwechslung, was weder die Darsteller, noch die handwerkliche Seite liefern können.
Ist okay, sofern man Ähnliches nicht schon zu oft gesehen hat.
4,5 von 10