Neben der „In the Line of Duty“- und der „Tiger Cage“-Reihe gehört die „Iron Angels“-Serie wohl zu bekanntesten Polizeikloppern aus dem Hongkong der späten 80er/frühen 90er.
Es geht mal wieder um den Krieg gegen Drogen, das erstarkende Schreckgespenst dieser Zeit. Nachdem Interpol recht erfolgreich im Goldenen Dreieck aufräumt, werden diverse Agenten vom rachsüchtigen Syndikat dahingemetzelt. Das dient als Motivator um die titelgebende Einheit der Iron Angels zusammenzustellen, ist gleichzeitig aber auch ein prima Vorwand um mit reichlich Geballer und Gekloppe in die Handlung einzusteigen.
Bestehend aus Alex (Alex Fong), Moon (Moon Lee) und Elaine (Elaine Lui), unterstützt von verschiedenen Polizisten und Interpol-Agenten sagen die Eisenengel dem Drogensyndikat den Kampf an – und der wird mit harten Bandagen ausgetragen...
Wie so viele artverwandte Filme zeichnet sich auch „Iron Angels“ nicht unbedingt durch großartige Schreibe aus: Die Geschichte dient mal wieder in erster Linie dazu die zahlreichen Kampfhandlungen in eine Linie zu bekommen, großartige Ermittlungsarbeit wird in dem Potpourri aus Entführungen und Mordanschlägen nicht geleistet – Hauptsache bis zum Abspann befinden sich alle Übelwichte unterhalb der Grasnarbe.
Erfreulicherweise fällt der Ideenmangel nur gelegentlich ins Auge, denn meist lenken das hohe Tempo und die Frequenz, mit der die Actionszenen kommen, vom wenig innovativen Geschehen ab. Insofern sind Hänger meist auch nur dann zu verzeichnen, wenn „Iron Angels“ nicht auf Cops-vs-Gangster setzt, sondern stattdessen versucht in Subplots zu machen, die aber meist nur aus mehr oder minder angedeuteten Liebeleien bestehen, allerdings ungefähr so interessant eine Partie Deckestarren sind.
Ergo geht es hier vor allem um Martial Arts, Schießereien, Martial Arts, Verfolgungsjagden und Martial Arts. Kaum verwunderlich bei einem Hongkong-Klopper, dass der Fokus auf hier auf Fressegeballertem liegt und die akrobatischen Kampfeinlagen überzeugen durch die Bank weg, da man nur gelegentlich zum Drahtseil greift und auch die Choreographie durchweg sehenswert ist. Ähnlich agil beharkt man sich in den Feuergefechten, die Verfolgungsjagden sind eher Standard, aber man sollte möglichst auf eine ungeschnittene Fassung zurückgreifen.
Beim Blick auf die Besetzung fällt auf, dass hier vor allem die Frauen die Stars sind, weshalb Moon Lee, Elaine Lui und Yukari Oshima (als Fieslings-Chefin) die meisten Szenen tragen müssen. Preisverdächtig ist das Schauspiel der Beteiligten zwar nicht, aber doch guter HK-Standard – und mal ehrlich: Wen interessiert bei dieser Art von Film das Schauspiel wirklich?
So bleibt ein flotter HK-Actionfilm, dessen Drehbuch zwar so seine Schwächen hat, dessen Kampfszenen dafür umso mehr Kraft besitzen und auch in großer Zahl vorhanden sind. Kein Überfilm aus Hongkong, aber doch für 6,5 Punkte meinerseits gut.