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Kaum zu glauben, dass dieser überaus harte 80er Jahre Hongkong-Actionfilm von einer Frau stammt. Teresa Woo  schrieb das Screenplay und führte Regie, zusammen mit Raymond Leung. Die Beiden inszenierten auch das Sequel, welches ein Jahr später herauskam. "Iron Angels" ist einer der wenigen Hongkongfilme, die fast ohne den üblichen Klamauk auskommen. Ernst nehmen kann man das Geschehen natürlich kaum, jedoch hätte es dieser gewöhnungsbedürftige Humor noch schlimmer gemacht. So ist nur die Performance von Elaine Lui etwas zu überladen.

Der Drogenhandel boomt, die Polizei ist völlig machtlos. Gerade gelang ihnen mit der Vernichtung einiger Drogenfelder ein Erfolg. Doch das Drogenkartell schlägt erbarmungslos zurück und ermordet einige Agenten, die bei dem Einsatz mitwirkten. Die letzte Möglichkeit der Lage Herr zu werden, sind die "Iron Angels", bestehend aus dem Kampfsportler Saijo (Hideki Saijo), der Büroangestellten Moon (Moon Lee) und der Sängerin Elaine (Elaine Lui). Das Trio heizt dem Kartell unter Madame Sue (Yukari Oshima) kräftig ein.

Hier kracht es an allen Ecken und Enden. Actionmäßig treten Woo und Leung gewaltig aufs Gaspedal. Schon der Shootout im Auftakt bietet einen derartig hohen Bodycount, dass es für fast zwei Filme reichen würde. Da wird aus allen Rohren gefeuert, blutige Einschüsse in Massen, auch in Zeitlupe. Und das geht wirklich den ganzen Film so. Man hetzt hier von Ballerei zu Keilerei über Verfolgungsjagd, bis hin zur nächsten Schießerei. Der Zuschauer hat im gesamten Film keine Verschnaufpause. Die Action kann sich wirklich sehen lassen. Die Shootouts haben einen immens hohen Muntionsverbrauch, der Bodycount steigt kontinuirlich ins dreistellige. Beidhändig ballernd werden die Gegner in Dutzenden umgemäht, viele Zeitlupeneinstellungen und graphische Einschüsse inklusive. Da dürfen auch ein paar Prügeleien nicht fehlen. Manchmal sind die Chreographien übertrieben, Wire Work ist deutlich sichtbar, doch insgesamt vermag auch dieser Part zu überzeugen. Nur das Finale fällt im Gegensatz zu den anderen Actionszenen etwas schwach aus, eigentlich sollte man hier den Höhepunkt setzen.

Aufgrund der Non-Stop Action muss die Story kräftig zurückstecken. Man könnte es auch als Aufhänger bezeichnen, denn mehr ist die Vernichtung des Drogenkartells eigentlich nicht wert. Drogen in Spielzeughasen klingt auf jeden Fall nicht sehr originell und die "Iron Angels" brauchen den ganzen Film um das herauszufinden. Kein Wunder, denn ermittelt wird hier kaum. Da bricht man lieber in Gebäude ein und beschafft sich Informationen, ein paar Beschattungen finden auch statt und leider entsteht auch eine kleine Romanze zwischen Moon und Saijo. Doch wirklich nur am Rande, in den 90 Minuten Laufzeit ist dafür kein Platz mehr. Auf jeden Fall verläuft der Plot völlig überraschungsarm, Spannung ist damit Fehlanzeige.

Die Darsteller erfüllen ihre Zweck, viel mehr auch nicht. Das Trio beherrscht Kampfsport, macht in jeder Situation eine gute Figur, ausser wenn es ans Schauspielern geht. An Mimik und Gestik sind alle Darsteller sehr beschränkt, aber das Hauptaugenmerk liegt sowieso auf den Actionszenen, also was soll´s.

Knallharte Action und das fast Non-Stop. Für den Actionfan ein Fest, wäre die Story nicht so plump und spannungsarm. Lückenlose Actionunterhaltung mit dem Flair der 80er, der Score ist leider zu eintönig.

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