Review

Die Geschichte dieses altbackenen TV-Erotikthrillers ist schnell erzählt: Rich (Corey Haim) verliebt sich in die schöne Megan (Nicole Eggert), die Tochter seines reichen Chefs. Er ist ihr von nun an hörig und so ahnt er nicht, dass Megan ein böses Spiel mit ihm treibt. Sie plant ihren Vater mit einer Bombe zu ermorden, so wie sie es vor einem Jahr mit ihrer Mutter tat, es aber ihrem Vater in die Schuhe schiebt. Schon bald ist Rich in ein bitterböses Spiel aus Lüge und Mord verwickelt und muss um sein eigenes Leben bangen.
Und wieder versucht ein trauriger B-Thriller auf TV-Niveau, uns in den Sitzen verharren zu lassen. Eine Prise Originalität hätte dem Drehbuch dabei allerdings gut getan, denn die Story plätschert so vorhersehbar gähnend dahin, dass man denken könnte, dass es schon wieder 18:00 Uhr und deshalb Zeit für's Sandmännchen ist. Einzigen Hoffnungsschimmer bildet hierbei das ansatzweise spannende Ende, welches noch den einen oder anderen Plottwist vorweisen kann und somit etwas zu unterhalten weiß. Doch bis dahin wird der Zuschauer auf eine lange Zerreißprobe geschickt - Bruder Langeweile und Schwester Stumpfsinn immer mit dabei. Der Film bemüht sich leider nicht ein einziges Mal darum, Dinge geheim zu halten, die geheimnisvoll bleiben sollten. So kann der Durchschnittsseher mit IQ 50+ bereits schon die Auflösung des Erotikgeplänkels in der ersten Szene des Films erreichen. Und das stinkt gewaltig...
Sowohl die Motive der Charaktere, als auch die Dialoge sind platt und hölzern. Das seichte Gebrabbel der Akteure ist pubertär, inhaltslos und stumpfsinnig und veranlasst zum wiederholten Kopfschütteln. So etwas wie Charakterentwicklung gibt es sowieso nicht, die Personen sind klischeebehaftet und emotionslos...sicher auch ein Resultat des höchst oberflächlichen Drehbuchs. Nicht gerade positiv wirkt sich darauf der Dilettantismus der Darsteller aus. Nicole Eggert spielt ihre Paraderolle als zickiges und kaltes Blondchen und Corey Haim versucht zwanghaft irgendeine Emotion zu zeigen, was in einem traurig-spastischen Mimenspiel resultiert. Und Corey Feldman macht sich als vermeintlicher Frauenheld und dummgevögelter Prolet wieder mal vor der Kamera richtig zum Affen. Die anderen Laiendarsteller kann man bewusst unter den Tisch fallen lassen.
"Blown Away" schießt zudem trotz einiger brauchbarer Ansätze und gutem Willen meilenweit an der Realität vorbei. Das wäre nicht mal so schlimm, wenn dieser Möchtegernthriller wenigstens etwas packend wäre. Zugegeben, gen Ende wird die Geschichte trotzdem noch recht interessant, aber bis dahin (also gut die ersten 65 Minuten) ist der Spannungsbogen nicht einmal minimal angespannt. Also nicht einschlafen, man könnte das Beste verpassen! Anstelle unterhaltend für den Zuschauer rüberzukommen, verliert sich "Blown Away" lieber in sexuelle Banalitäten. Irgendwie hat man immer den Eindruck, dass der Regisseur mit der Wünschelrute nach Möglichkeiten gesucht hat, "Baywatch"-Star Nicole Eggert nackt, stöhnend oder schwitzend in Szene zu setzen. Naja Glückwunsch, wenigstens in diesem Metier kann der Streifen ansatzweise punkten. Das ist nämlich beinahe schon ein Trostpünktchen wert und für die männlichen Lustmolche (die wahrscheinlich einzige Zielgruppe, die man mit diesem Film wirklich erreichen wollte) ein kleiner Höhepunkt dieses traurigen Spektakels.
Neben all den negativen Aspekten lässt sich dann trotzdem noch etwas Brauchbares aus dieser Softsexeinöde rausholen. So zeigt uns der Regisseur ab und zu ein paar interessante Kameraeinstellungen, die allerdings für nichts entschädigen. Der Lichtblick überhaupt ist das Ende des Streifens, welches in der Abteilung Spannung wenigstens teilweise überzeugen kann und dann auch noch einen kleinen blutigen Shootout zeigt, der technisch gesehen ganz ordentlich inszeniert ist.
Ansonsten lässt sich sagen, dass "Blown Away" nur heiße Luft ist und bedenkenlos als pubertäres Machwerk ohne Tiefgang ad acta gelegt werden kann. Die Schlussminuten retten den billigen Erotikthriller auf TV-Niveau vor dem endgültigen Aus, entschuldigt aber nicht die zähen Restminuten. Fans von Nicole Eggert, die auch einmal klein (und nackt) anfangen musste, kommen trotz fehlender Implantate auf ihre Kosten. Und ansonsten stöhnt der Zuschauer hier nur aus einem Grund: purer Langeweile.

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