Durch einen tragischen Zwischenfall auf der Baustelle kommt der Bauunternehmer "Big Lew" Cassidy ums Leben, als er beim Versuch einen seiner Arbeiter zu retten von der obersten Etage eines Hochhauses stürzt. Die Firma erbt daraufhin seine Tochter Cass, die sich nun vor die schwierige Augabe gestellt sieht, den letzten Bau-Auftrag ihres Vaters zu vollenden und innerhalb der nächsten drei Wochen die neun fehlenden Stockwerke des Gebäudes hochzuziehen... denn im Falle eines Vertrags-Bruchs würde dem Familien-Unternehmen der Bankrott drohen. Das käme ihrem hinterhältigen Onkel Eddie, der mit seinem Bruder zu dessen Lebzeiten zerstritten war, allerdings überaus gelegen, um die Firma billig aufzukaufen. Um die Deadline der Bank noch irgendwie einzuhalten, engagiert Cass den legendären Vorarbeiter Mike Catton und sein Team, die nun Tag und Nacht durchschuften, um das Hochhaus fertigzudeichseln... was Eddie mit allen Mitteln zu verhindern sucht... "Sechs Männer aus Stahl" (der im Original entweder sehr viel schlichter einfach nur "Steel" oder sehr viel reißerischer "Look Down and Die!" heißt) ist ein weiterer gescheiterter Versuch von "6 Millionen Dollar-Mann" Lee Majors, im Anschluss an seine Hit-Serie den Sprung von der Flimmerkiste auf die große Leinwand zu schaffen, was mal ganz schön in die Hose gegangen ist, denn der Streifen ist damals in den US-Kinos heftig gefloppt und mittlerweile wohl auch gänzlich der Vergessenheit anheim gefallen... und hätte Quentin Tarantino ihn nicht gemeinsam mit seinem Kumpel Roger Avary in einer Episode seines Podcasts durchgenommen, wüsste ich persönlich nicht einmal, dass er überhaupt existiert, denn ich habe vorher noch nie etwas von ihm gehört! Nun ja, so mächtig steil wie die beiden "Pulp Fiction"-Macher gehe ich auf das Ding allerdings nicht und so hat man es hier dann auch nicht unbedingt mit einem verborgenen kleinen Schatz der Filmgeschichte, sondern eher mit einem Solala-Filmchen zu tun, bei dem man sich nicht nur wegen Majors in der Hauptrolle des Eindrucks nicht erwehren kann, dass das alles irgendwie ein wenig TV-mäßig daherkommt und der Zahn der Zeit über die letzten 45 Jahre hieran ganz schön heftig genagt hat. Wie merkwürdig allerdings, dass "Sechs Männer aus Stahl" damals vom Publikum so gar nicht angenommen wurde, denn inhaltlich wird hier enerseits ein pathetisches Hohelied auf den gemeinen Blue Collar-Worker angestimmt, was dem Durchschnitts-Ami doch eigentlich runtergehen sollte wie Öl, während die Inszenierung des späteren "McQuade - Der Wolf"-Regisseurs Steve Carver doch ganz darauf bedacht ist, die Baustellen-Action noch einigermaßen spektakulär zu präsentieren und ein gewisses Schwindel-Gefühl zu erzeugen, wenn die Darsteller da (vermeintlich) in luftigen Höhen herumturnen. Seinen aufsehenerregendsten Moment - allerdings aus den völlig falschen Gründen - hat das Ganze dann auch direkt zu Beginn, denn der Stuntman, der George Kennedy da in seiner Todes-Szene beim Fall vom Hochhaus doubelt, ist bei dem Sturz tatsächlich ums Leben gekommen... was eine gänzlich unnötige Aktion gewesen ist, denn der Film schneidet auf halbem Weg eh auf einen Dummy für den Aufprall um. Das narrative Gerüst, an dem da im Anschluss die Story hochgezogen wird, ist übrigens schon lange erprobt und kommt auch heutzutage noch vom Söldner- bis zum Katastrophen-Heuler zum Einsatz, was aber halt auch dafür sorgt, dass sich die Handlung da weitestgehend gänzlich ohne Überraschungen vor einem abspult... und ehrlich gesagt entwickelt die Fertigstellung eines Hochhauses irgendwie nicht dieselbe Dringlichkeit wie ein Asteroid, der da auf die Erde zurast und nur Bruce Willis kann ihn wegbomben, is' klar, oder? So ist dann das, was einen heutzutage an "Sechs Männer aus Stahl" noch am meisten interessieren könnte, folglich auch die Besetzung, die da in Nebenrollen so einige Charakter-Darsteller von Rang und Namen auffährt, die die Angelegenheit tatsächlich nicht unerheblich aufwerten. Abgesehen davon ist das hier aber lediglich "Die glorreichen Sieben auffem Bau"...
5/10