Review

Nimród Antals "Motel" entpuppt sich als recht unterhaltsamer und zudem angenehm kruzweiliger Horror/Terror-Thriller. Inhaltlich wird Altbekanntes geboten: Ein Pärchen (Kate Beckinsale, Luke Wilson), kurz vor der Scheidung stehend, bleibt im us-amerikanischen Prärienirgendwo stecken und stranded "rein zufällig" wenig später in einem schon auf den ersten Blick ziemlich suspekt anmutenden Motel. Ein leicht durchgeknallter Manager, der in seinem Kämmerchen Folterfilme schaut, unheimliche Klopfgeräusche an den Türen - wahrlich keine guten Omen!

Was nun folgt, ist eine Nacht des nackten Terrors. Und diese etwa 80 Filmminuten kommen nach etwas schleppendem Beginn dann auch ganz gut in Fahrt. Es wird gehetzt, versteckt, verbarrikadirt und manchmal auch (gemessen an Kalibern wie "Hostel" eher unblutig) gekillt. Spannung und Atmosphäre kommen durchaus auf, wobei mir in dieser Hinsicht insbesondere der "Klopfterror" im wenig einladenden Motelzimmer sehr gut gefiel.
Doch hat "Motel" ein doch recht schwerwiegendes Problem: Er ist , abgesehen vom gerade erwähnten Geklopfe, extrem uninnovativ geraten, was insbesonde genreerfahrenen Zuschauern negativ aufstossen dürfte. Zu vieles ist schlicht zu vohersehbar und dummerweise fehlt auch der sonst im Genre obligatorische Cliffhanger zum Ende. Fast schon ein Kuriosum!

Da hätte Regisseur Nimród Antal ("Kontroll") defintiv mehr bringen müssen. Solch eine Konventionalität und Einfallslosigkeit wie bei "Motel" kenne ich sonst eigentlich nur von den typischen B-Filmen aus den hinteren ideothekenregalen!
Dennoch reichen glücklicherweise auch im Falle von "Vacancy" die altbewährten Spannunsgmittel vom klassischen "Buh!"-Effekt übers Eingeschlossensein bis hin zur klaustrophobischen Hetzjagd durch hüfthohe Gängesysteme, um 80 Minuten lang keine echte Langeweile aufkommen zu lassen.
Es funktioniert halt immer wieder: Hirn abschalten, auf Logik und frische Ideen pfeifen und einfach nur von Bewährtem berieseln lassen.

Dass es beim schlicht und ohne viel Brimborium inszenierten "Motel" zudem relativ harmlos zugeht, ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Im Gegenteil ist es eher ein netter Kontrast zur derzeit immer noch voll im Trend liegenden Gore- und Folterwelle, die die Kino und Videotheken seit vielen Monaten überschwemmt.
Da auch die Schauspieler eine solide Performance (Groß glänzen kann man in solch einem Film eh nicht, weswegen es eigentlich auch völlig namlose Gesichter getan hätten) abliefern, will ich "Motel" noch eine knappe Empfehlung aussprechen. Insbesondere weniger erfahrende Genregucker dürften hier ihren schweißtreibenden Spass haben! Ich persönlich ziehe, wenn es um kleine, dreckige Motels geht, aber weiterhin den gewitzteren "Identität" vor...

Fazit: Nett gemachte Standart-Genrekost, der eine Direct-to-Video-Auswertung auch nicht geschadet hätte. Für die große Leinwand bietet "Motel" eigenltich zu wenig.

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