Review

Mit "Vacancy" gibt Nimrod Antal sein Hollywooddebüt, und kann direkt zu seinem Einstand einen spannenden Thriller abliefern. Schon die Crediteinblendung gehört zu den coolsten Vorspännen, die man in letzter Zeit auf der Leinwand sah. Ein verkrachtes Ehepaar (Kate Beckinsale und Luke Wilson) strandet in einem abgelegenen Motel. Durch Zufall entdecken sie in ihrem Zimmer versteckte Videokameras. Als die beiden begreifen, dass sie Opfer eines Snuff-Films werden sollen, ist es fast schon zu spät. Denn die beiden sind schon als die nächsten Hauptakteuere vorgesehen.

In vielen Filmen wurde ja schon das Hauptaugenmerk auf ein Motel gelenkt, man nehme zum Beispiel den unvergesslichen "Psycho" oder den Hit "Identity". Nun wurde der Stoff wieder einmal aufgegriffen, und auch hier ist die Story nicht gerade brilliant und öffnet keineswegs neue Pforten.
 
Im Westen nichts neues also? Aber wir werden mal wieder eines Besseren belehrt, denn der Film bietet sehr viel Spannung. Die Langeweile wird erfolgreich mit gelungenen Hetzjagden und ein wenig Action bekämpft. Die Handlung wird ohne Längen vorangetrieben und verstrickt sich nicht in überflüssigen Nebenhandlungen. Ein weiterer Pluspunkt ist die gelungene Atmosphäre, die mit einem sehr passenden Theme untermalt wird und vollends punkten kann. Die Protagonisten bewegen sich meistens im Dunkel der Nacht nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, und auch die Ausstattung des Motels kann ein gelungenes Feeling hinterlassen. Für Schocksequenzen wurde natürlich auch gesorgt, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Wer hier allerdings einen zweiten "The Descent" erwartet, wird doch ein bisschen entäuscht werden.

Dabei fällt es auch nicht groß ins Gewicht, dass das Thema "Snuff-Film" klein geschrieben wird. Das Ganze bietet nur die Grundlage, um den Darstellern einen Grund zu geben, sich in eine Hetzjagd verwickeln zu lassen. Wer mehr an dem Thema "Snuff-Film" interessiert ist, der kann sich mal den Nic Cage Streifen "8 mm" oder dem hevorragenden "Tesis - Der Snuff Film" heranwagen. Außerdem kann man dem Movie zu Gute halten, dass hier mal auf brutale Folter, wie zum Beispiel bei der "Saw"-Reihe oder den "Hostel"-Filmen verzichtet wurde, und wer einen Slasher im zehn-kleine-Negerlein-Prinzip erwartet hat, wird sich auch hier ein ums andere Mal fragen, wo die Brutalität geblieben ist. Denn "Vacancy" zeigt uns, dass es auch ohne geht, denn es fließt und spritzt nur selten Blut.

Darstellermäßig passiert in dem Film nicht viel, die Akteuere, die im Film auftauchen, kann man an einer Hand abzählen. Hauptdarsteller ist der immer gern gesehene Luke Wilson ("Best Men","Blue Streak"). Wo doch eher Komödien sein Gebiet sind, zeigt er hier eine durchaus gelungene Wandlung, denn im Großen und Ganzen kauft man Ihm seine Rolle gut ab. Zu ihm gesellt sich, als Hauptdarstellerin und Filmfrau Katen Beckinsale ("Underworld","Click"). Die Ehefrau von "Die Hard 4.0" Regisseuer Len Wiseman kann durchaus mal nicht nur durch ihr leckeres Aussehen überzeugen und stellt den Zuschauer durch die Performance der Zicke und verängstigten Frau zufrieden. Dem smarten Ethan Embry ("Can't Hardly Wait","Timeline") wird nur wenig Beachtung geschenkt. Er spielt die Rolle des durchgeknallten Killer solide herunter. Halt - einer fehlt doch noch - genau: Frank Whaley ("Hollywood Factor","Retroactive") ist auch noch von der Partie. Nach seiner starken Vorstellung an der Seite von Kevin Spacey in "Hollywood Factor", hatte ich eigentlich gedacht, den guten mal öfter in High Budget Produktionen zu sehen, aber dass war leider selten der Fall. Auch hier beweist er mal wieder eine exzellente Performance in Form des psychopathischen Motelbesitzers. Seine trottelige und zugleich boshafte Art bereitet einem wirklich Spaß beim Zusehen.

Drehbuchautor Mark L. Smith ist mit seinem zweiten Drehbuchversuch nicht gerade der große Wurf gelungen. Es mangelt einfach an guten Ideen und eigenen Kreationen, aber er kopiert sich doch recht gut durch diverse Vertreter des Genres. Nur sollten die Texte nächstes Mal nicht so stumpf daher kommen.

Und wem haben wir den Film nun zu verdanken? Niemand geringeres als Nimrod Antal ("Kontroll") versteckt sich hinter der Kamera. Der gebürtige Amerikaner, der sich später nach Ungarn verzogen hatte und erst nach dem Erfolg seines Films "Kontroll" wieder zurück in die Staaten gegangen war, zeigt auch hier wieder, dass er ein talentierte Filmemacher ist. Seine Kameraeinstellungen mit den Spiegeln fand ich mehr als gelungen und bot durchaus mal was neues. Die Chance, einen Thriller mit einem Budget von 19 Millionen Dollar zu kreieren, hat er gut genutzt und ein passables Werk hinterlassen. Man kann nur sagen: weiter so, denn ein nächstes Filmchen ist fest in Sicht.

Fazit: Fans von brutalen Folterfilmen à la "Saw" oder Slasher-Freunde werden sich hier nicht so recht wohlfühlen, alle anderen dürfen mal gespannt einen Blick riskieren. Regissuer Nimrod Antal und die guten Darsteller um Frank Whaley und Co. überzeugen auf der ganzen Linie. Gute Atmospähre und genug Spannung bringen den Film dazu, ihn als gelungen zu bezeichnen. Das schwache Drehbuch und auch die genreüblichen Klischees hinterlassen zwar einen bitteren Nachgeschmack, lassen aber das Gesamtbild nur minder trüben.

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