Man muß das hier auch als eine Art Therapie sehen. Wenn man sich innerhalb von zwei Tagen "Green River Killer" versucht anzusehen (was man aber aufgrund der Video-Optik und des semi-dokumentarischen Stils nicht durchhält), "Kolobos" tatsächlich sieht und dann auch noch diesen Film und dies zudem alleine - wem soll man sich denn anvertrauen? "Grim" hat "Green River Killer" in punkto mieser Vorspann locker weggepackt (auch wenn Uli Lommels Film billigste Porno-Optik aufbot), und was dann passiert, atmet den Geist der 80er, was aber aufgrund der eindeutigen Verortung in den 90ern (zu sehen z. B. an der Kleidung, aber auch an der Optik des Films) schlicht gesagt billig kommt. Schrieb ich 80er? Nicht selten spürt man Fünfziger-Jahre-Grusel-Flair, besonders in der Szene, als das Monster den Typen herumträgt (warum es das tut und wer das ist, habe ich nicht verstanden); der Panorama-Bluescreen hätte von Jack Arnold sein können.
Zum Inhalt: Verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht. Ein paar Typen spielen Ouija oder so, eine Frau von ihnen wird besessen (leuchtende Augen!), das Monster wird wach, ein paar (andere?) Leute gehen in eine Höhle, in der das Monster wohl eine Frau gefangen hält, computergenerierte Fledermäuse umherfliegen und ansonsten totale Langeweile herrscht - zumindest für mich, den Zuschauer. Ab und zu kommen ein paar Steine runter und man wünscht sich nur noch, Flanders sei tot bzw. dieser Film zu Ende.
Hätte ich zuerst den hier gesehen und dann "Kolobos", hätte ich mich vielleicht hier über den Trash-Faktor amüsiert und den anderen schrecklich öde gefunden - allein, die Reihenfolge ist anders, und "Kolobos" wartet wenigstens mit ein wenig ordentlichem Gore und ein paar Witzen auf, während hier das Monster der armen Trish nur seinen Pestodem ins Gesicht bläst, naja, ein paar Fleischwunden trägt sie schon davon, aber im Fernsehen läuft Schockierenderes - und witzig ist "Grim" schon gar nicht.
Mit diesem Film kann man (wie mit so ziemlich jedem Horrorfilm) 11jährige erschrecken, aber alles (oder nur eins von dem), was ein älterer Mensch von diesem Genre erwartet, fehlt: Spannung, Blut, Gedärme (naja, es wird auf Metzger-Kram rumgehackt, ein Gesicht wird zerdrückt und so, aber da gibt es bessere Privatvideos auf youtube), gute Schauspieler, gute Masken, eine interessante Geschichte, amüsanter Trash, wenigstens ein paar Titten...
Um noch einmal Herrn Simpson zu zitieren: Laaangweilig...