Ein unbekannter Einbrecher hinterlässt eines Nachts im pathologischen Institut eine Lilie auf einer Leiche... und kurz darauf wird der Bestatter Hönninger in seinem Unternehmen erschlagen aufgefunden. Kommissar Thiel, der eigentlich Urlaub hat und nach Dakar fliegen wollte, und seine Assistentin Nadeshda entdecken kurz darauf im Internet die Website eines gewissen "Thanatos", der auf dieser selbstgeschossene Fotos von Verstorbenen postet, auf denen eine Lilie drapiert wurde. Die Ermittlungen führen in die örtliche Grufti-Szene, der auch die junge Lucy angehört... die Tochter des Orthopäden Michael Wulfes, dessen kürzlich an einem Asthma-Anfall vertorbene, zweite Ehefrau von Hönninger für die Beisetzung vorbereitet werden sollte. Neben "Thanatos", der sich als der Teenie Alexander Stoll entpuppt, der wegen seines übersteigerten Hangs zum Morbiden auch schonmal in der Klapse gesessen hat, steht bald allerdings auch Frank Hönninger, der Bruder des Toten, der mit dessen Ehefrau Claudia ein Verhältnis hatte, auf der Liste der Verdächtigen ganz oben. So richtig verwirrend wird die Angelegenheit, als herauskommt, dass die österreichische Ärztin Christine Arnold, die für einen Forensiker-Kongress angereist ist und gerade als Gast in Professor Boernes Wohnung residiert, mit den Wulfes verbandelt ist und nach einem Treffen mit Lucy, die mehr über die Hintergründe des Todes ihrer leiblichen Mutter erfahren wollte, einen Selbstmordversuch unternimmt... Auf eine ziemlich oberflächliche Art und Weise wird in "Ruhe sanft!" munter mit ein paar althergebrachten Gothic-Klischees herumgespielt, was man der Angelegenheit allerdings nicht allzu krumm nimmt, denn immerhin ergibt sich dadurch die Gelegenheit für ein paar nächtliche Friedhofs-Szenen, die hier als atmosphärische Highlights fungieren... und ultimativ stehen die Gruftis am Ende ja zudem auch als Sympathieträger der Geschichte da und tragen nicht unerheblich zur Aufklärung des Falles bei, so dass man den Machern von der Warte aus betrachtet daraus keinen Strick drehen kann. Schwerer wiegt da schon, dass der Kriminal-Plot, der sich hier vor dem Zuschauer ausbreitet, ziemlich komplex - wenn nicht gar ziemlich kompliziert - ist, sich ziemlich verschwurbelt anlässt und dessen erzählerischen Abkürzungen, die da genommen werden, indem sämtliche Figuren da irgendwie miteinander verbandelt und bekannt sind, arg zu Lasten der Glaubwürdigkeit gehen... falls man darauf denn überhaupt Wert legt. Was den reinen Comedy-Aspekt der Angelegenheit anbelangt, ist "Ruhe sanft!" aber doch tatsächlich einer der gelungeneren Münster-"Tatorte", denn das Zusammenspiel von Axel Prahl und Jan Josef Liefers als Thiel und Boerne ist hier noch nicht von einem derart hohen Cringe-Faktor geprägt, wie das in einigen späteren Episoden der Fall sein wird. So kann man insgesamt doch recht zufrieden damit sein, wie sich bei "Ruhe sanft!" Schmunzeln und sachte Krimi-Spannung die Waage halten, ohne dass das alles zu sehr in den klamaukigen Bereich abdriften würde. Kurzum, allemal akzeptables, skurriles Entertainment, an dem es für hiesige TV-Verhältnisse nicht wirklich etwas zu bekritteln gibt.
7/10