Review

Nach seinen Erlebnissen mit Otis und Becky (siehe den Vorgänger) ist der Psychopath Henry immer noch auf freiem Fuß und bringt weiterhin wahllos Leute um. Einen Job findet er in einer Firma für Miet-Klos, die von dem schmierigen Rooter geleitet wird, und fürs Erste kommt er bei seinem neuen Kollegen Kai und dessen Frau Cricket unter. Es dauert nicht lange, bis Henry herausfindet, dass Kai nebenbei für Kohle Häuser abfackelt und diesem von da an bei seinen "warmen Abrissen" assistiert. Quasi als Gegenleistung dafür lässt er seinen Kumpel an seinen mörderischen Umtrieben teilhaben. Zu allem Überfluss verguckt sich Crickets mental leicht derangierte Nichte Louisa auch noch in Henry... nicht ahnend, dass dieser schon seit einiger Zeit gemeinsam mit Kai auf Mordtour geht und die Romanze natürlich unter keinem guten Stern steht... Wenn man bedenkt, dass diese Fortsetzung zu "Henry: Portrait of a Serial Killer" - immer noch der König aller Serienmörder-Streifen - sowohl ohne Michael Rooker in der Titel-Rolle als auch John McNaughton auf dem Regie-Stuhl auskommen musste und damit von vornherein wirklich keine Chance gehabt hat, auf Augenhöhe neben dem Original zu bestehen, ist sie eigentlich gar nicht so übel geworden. Okay, Neil Giuntoli kann als Ersatz-"Henry" Rookers abgründiger Darstellung der Titel-Figur nicht das Wasser reichen und das Skript gibt sich keinesfalls eine derartige Mühe, die Charaktere psychologisch ebenso tiefgründig auszuloten, wie es der Vorgänger noch getan hat, was irgendwie zu Lasten der Glaubwürdigkeit geht (zumal das Ganze auch wiederum in einer Welt spielt, in der munter drauflos gemordet werden kann und die Polizei gänzlich durch Abwesenheit glänzt), aber Regisseur Chuck Parello ist doch immerhin bemüht gewesen, mit seiner Inszenierung den zuvor etablierten Ton zu treffen. Positiv ist dabei zu vermelden, dass dieses Sequel zwar niemals die Intensität des Vorgängers erreicht, aber mit seinem quasi-dokumentarischen Blick auf die Geschehnisse wiederum von einer gewissen Kaltschnäuzigkeit geprägt ist, die dafür sorgt, dass das Ganze nicht gänzlich spurlos an einem vorbeizieht, ohne dabei wirklich in übertrieben blutgetränkten Bildern waten zu müssen. Das größte Problem, das "Henry: Portrait of a Serial Killer 2" hat, ist, dass man ihn halt permanent an dem McNaughton-Streifen misst und er gegen diesen nur verlieren kann, zumal seitdem ja auch zehn Jahre ins Land gezogen sind, in denen mit modernen Klassikern wie "Das Schweigen der Lämmer" und "Sieben" das gesamte Sujet revolutioniert und von Hollywood in den Mainstream herübergehoben wurde... auch wenn er als Stand-Alone-Streifen für sich betrachtet doch ganz gut funktioniert. Klassisches Unterhaltungs-Kino sollte man sich hiervon allerdings wieder nicht erwarten, denn die abgehackte Erzählweise mit ihren vielen Schwarzblenden an Szenen-Enden lässt sowas wie einen durchgängigen Spannungs-Bogen niemals aufkommen und eine taugliche Identifikationsfigur gibt es ebenfalls nicht. Fazit: Fügt dem titelgebenden Serienkiller-Portrait keine neuen Pinselstriche hinzu, verschandelt es allerdings auch nicht allzu sehr.

6/10

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