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Im Orientexpress gewinnt Chris Quatermain beim Pokern antikes Gold aus der Zeit Alexanders des Großen. Gemeinsam mit der Archäologin Hope zieht er los, um den Schatz der Könige zu finden. Doch skrupellose Glückssucher und Banditen sind ebenfalls scharf auf das Gold. Sie verfolgen Chris vom Schwarzen Meer bis zu den Bergen von Turkestan.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wirklich warum jeder Hinz und Kunz der Meinung ist ein Quatermain Remake zu machen, da die neueren Ausfertigungen des Themas ja im wesentlichen nichts anderes waren als Kopien des erfolgreichen Indiana Jones Konzept waren. Die bekanntesten Vertreter dürften dabei die beiden Filme aus den 80ern sein, die mit Richard Chamberlain und Sharon Stone zwei solide Akteure hatten, die sich munter genseitig Frotzeleien an den Kopf warfen, während wir hier lediglich mit Thomas Ian Griffith und Anja Kling zwar keine Anfänger, aber eher ungeeignete Vertreter dabei sind. Statt John Rhys Davis als Helfer hats hier nur für Götz Otto im Turban gereicht und auch Herbert Lom als Bösewicht wurde von irgendeiner Eisbergtrulla ersetzt.
Erzählt werden auch nicht mehr die Abenteuer von Allan Quatermain sondern von seinem SchwippSchwager Enkel Chris und auch die exotischen Locations wurden hier aktuell größtenteils durch einen bulgarischen Steinbruch ersetzt. Man merkt dem Schatz der Könige eigentlich in so ziemlich jeder Passage an, das ein vernünftiges Budget offensichtlich nicht zur Verfügung stand. Regisseur Mark Roper ist es ja gewohnt für ein besseres Taschengeld Filme für Nu Image aus dem nichts zu zaubern, hier dürfte er sich wohl allerdings gewünscht haben ein Nu Image Budget zur Verfügung gehabt zu haben.
Auch die Story ist von der eher hohlen Sorte, ein richtiges Schatzfeeling kommt da wenig bis gar nicht auf. Apropos Schatz, angeblich solles ja um den MegaMonsterOberSuper Schatz Alexanders des Großen gehen, aber wer glaubt das man diesen ernsthaft zu sehen bekommt, wird mächtig beschissen. Mehr als ein paar Rüstungsgegenstände gibt nicht zu erblicken und der Showdown geht so von statten, das Quatermännli diese in eine Nische packt und alle dadurch happy sind, selten so eine Antispannung gesehen.
Ok Schauwerte kann man vergessen, den dauergrinsenden Hauptdarsteller und seine Entourage ebenso, die bulgarischen Komparsen sehen nie anders aus wie bulgarische Komparsen und die Gesamtinszenierung wirkt ziemlich stümperhaft. Wie siehts denn mit spannender Unterhaltung aus? Auch mies, wenn halt keine Kohle da ist für spektakuläre Explosionen und aufwendigen Stunts muß man sich eben mit lauen Einbrüchen, Chinaböller Explosionen im Steinbruch und ausstattungsarmen Sets zufrieden geben. Dafür versucht das Drehbuch aber konsquent Humor Marke "Witz komm raus" einzubauen, meistens aber vergeblich erfolgreich, oder irgendwelche Punker verfolgen mitten in Asien die Helden und sollen wohl sowas ähnliches wie einen Mad Max Touch verleihen, äh aber auch vergeblich.
Meine Herren, wer es ernsthaft für eine gute Idee hielt so einen Abenteuerschmarrn zu finanzieren, sollte dringend für mindestens zehn Jahre seine Filmemachlizenz entzogen bekommen (oder doch lieber zwanzig, sonst wär ab 2011 ja wieder erlaubt). Der Schatz der Könige versagt auf jeder Linie und bietet nur minimalste Unterhaltung, die gerade noch eine 2/10 Bewertung rechtfertigt.

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