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Bevor ihm 1997 mit „Wilde Kreaturen“ ein recht witziges loses spin-off zum erfolgreichen Brüller „Ein Fisch namens Wanda“ gelang, nahm Robert Young einige Jahre zuvor Platz auf dem Regiestuhl um diese Komödie nach einem Drehbuch von Monty Python-Haudegen Eric Idle in Bilder zu kleiden. Leider fällt das Resultat nicht ganz so lustig aus, wie es die Namen der Mitwirkenden erhoffen lassen.

Nach einer spaßigen Einleitung über die seltsame Stammhaltergeschichte der Adelsfamilie Bornemouth steigen wir in der Gegenwart ein. Auf einmal geht es drunter und drüber im Leben von Tommy (Eric Idle). Zunächst scheint er seinen Job zu verlieren, dann jedoch lernt er Henry (Rick Moranis), den vermeintlich 15. Herzog von Bornemouth, kennen und alles scheint sich durch die anbahnende Freundschaft mit dem Emporkömmling zum Guten zu wenden. Doch dann erfährt Tommy nicht nur, dass er gar kein echter Inder ist und er nur adoptiert wurde, nein, zu allem Überfluss bestätigt sich ein herber Verdacht: Er und Henry wurden als Babys vertauscht und Henry genießt mit dem Adelstitel nun alle Privilegien, besitzt Schloss und Vermögen und schnappt ihm auch noch die scharfe Kitty (Catherine Zeta-Jones) vor der Nase weg. Fehlte nur noch, dass sich ihm die ganze Zeit seine eigene Mutter nichtsahnend an den Hals wirft und ihm der durchgeknallte Anwalt Shadgrind (John Cleese) einen hinterhältigen Floh ins Ohr setzt: Nur durch Henrys Tod könnte Tommy das erhalten, was ihm zusteht. Doch es muss wie ein Unfall aussehen…

Im Prinzip hört sich das ganze Szenario, zumal mit dieser Besetzung, mehr als nur passabel an und verspricht geradezu eine chaotische Komödie ganz nach britischer Art. Und ja, der ein oder andere Lacher ist natürlich dabei, doch insgesamt will der Funke nicht immer überspringen. Die Mordanschläge hätten zackiger inszeniert, das Tempo trotz der recht kurzen Laufzeit etwas höher gehalten werden können, die Figur des Henry nicht ganz so blass sein dürfen und allgemein die Personen weitaus schwarzhumoriger auftreten müssen. Eric Idle versucht in der Hauptrolle sein bestes, vollends sein etwas biederes Drehbuch retten kann er aber auch mit Hilfe seines alten Kollegen John Cleese nicht, der aber immerhin als im Hintergrund die Fäden ziehender psychopathischer Anwalt noch eine angenehm fiese Duftnote hinterlässt.

Fans der alten Monty Python-Werke kommen wohl nicht ganz auf ihre Kosten. Zwar enttäuscht „Splitting Heirs“ nicht auf ganzer Linie, sondern ist eine nette Komödie leicht über Durchschnitt, aber insgesamt eben doch deutlich zu versöhnlich, ohne Ecken und Kanten und bei weitem nicht so bissig, wie man sich das gewünscht hätte. (5,5/10)

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