Es gibt Filme, die kann ich mir immer wieder ansehen. Stuart Gordons „Re-Animator“ ist so ein Film. Selten passten derbe F/X und schwarzer Humor so zusammen wie in „Re-Animator“. Nicht umsonst gilt der Film als Vorreiter in Sachen Splatter und Humor.
Der junge Herbert West (Jeffrey Combs) hat ein Serum erfunden, mit welchem er leblose Körper (Menschen, Tiere usw.) wieder lebendig machen kann. Leider gelingt ihm sein erster Versuch in der Schweiz an seinem Professor nicht wirklich, so dass er in die USA auswandert. Hier trifft er Dan Cain (Bruce Abbott) und beide arbeiten schließlich zusammen. Als dann der Dekan Dean Halsey der Medizinischen Fakultät aufgrund Wests "Zombies" stirbt, müssen beide ihn reanimieren. Dass dies ungeahnte Folgen hat, kann man sich vorstellen. Aber nicht nur Halsey ist ein Problem, sondern auch der ehrgeizige Dr. Carl Hill (David Gale). Er will West die Formel seteh und so selber berühmt werden.
Teilweise genügt ein Film, um sich in den Horrorhimmel zu katapultieren. Stuart Gordon ist so was mit „Re-Animator“ geglückt. Gordon kombinierte nicht nur harte Effekte mit einer gehörigen Ladung schwarzem Humor, sondern gab auch einem jungen Jeffrey Combs die Hauptrolle, der von da an seinem Weg im Horrorgenre gehen sollte.
Wie gesagt, Jeffrey Combs war die Entdeckung im Horrorsektor. Die Rolle des Herbert West ist immer noch seine Paraderolle in mittlerweile drei Filmen der kultigen Re-Animator Serie. Combs liefert eine hervorragende Rolle als übereifriger Herbert West ab, der nur den Erfolg will und dafür auch über Leichen geht, wenn man das so sagen darf. Jeffrey Combs war auch weiterhin in Filmen von Stuart Gordon oder auch von Brian Yuzna zu sehen.
Auch die anderen Darsteller waren treffend besetzt. Insbesondere David Gale, quasi der Gegenpart zu West, spielt seine Rolle als habgieriger Doktor wirklich gut. Auch er kennt kein Pardon, wenn es darum geht, berühmt zu werden.
Daneben gibt es noch Bruce Abbott und Barbara Crampton. Besagte Crampton hatte Gordon schon allein deshalb ausgewählt, weil sie keine Probleme hatte, sich vor der Kamera auszuziehen, zu was die eigentliche Besetzung nicht bereit war.
Effektmäßig wird hier einiges Geboten. So war es kein Wunder, dass die von Gordon bevorzugte Fassung natürlich so nicht akzeptiert wurde. So drehte Gordon weiteres Material, mehr Handlung, und so entstand die R-Rated Fassung. Mittlerweile ist es aber kein Problem mehr, an Gordons favorisierte Fassung zu kommen. Sie ist sogar kürzer als die eigentliche R-Rated Fassung. In dieser gab es ungefähr 20 Minuten mehr Handlung, dafür fehlten aber sämtliche Goreszenen.
Zwar sind diese Effekte sehr derbe ausgefallen, aber sie sind immer mit einem kleinen Augenzwinkern entschärft. Gerade der Humor in „Re-Animator“ war bahnbrechend für das Genre und sorgt selbst heute noch für Lacher.
Natürlich gibt es gegen Ende ein großes Finale, dann wird wirklich alles reanimiert, was sich so zum reanimieren eignet. Dazu gibt es natürlich noch weitere, äußerst graphische Effekte.
Fazit: „Re-Animator“ war DER Splatterfilm Mitte der 80er Jahre. Hinzu kam ungewohnter schwarzer Humor. Dies führte dazu, dass der Film mittlerweile ein großer Klassiker ist. Und wie es mit extrem erfolgreichen Filme ist, gibt es bis heute zwei Nachfolger, die auch recht gelungen sind, enn auch unter der Regie von Brian Yuzna, aber immer mit Jeffrey Combs, der selbst knapp 20 Jahre später nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat. „Re-Animator“ ist ein Klassiker, den man gesehen haben muss.