Review
von Leimbacher-Mario
Haarspalterei
Kurz vor der weniger als suboptimalen „An American Werwolf“-Fortsetzung erschien „Bad Moon“ ohne großes Tamtam - und ist eigentlich eine ziemlich biestige, sehr locker und schnell guckenswerte Mischung aus „The Howling“ und „Wilderness“. Der Kern des Films läuft auf ein Duell hinaus: Werwolf, Bruder der Familie, gegen deutschen Schäferhund, Beschützer der Familie. Und was wie ein sehr ungleicher Kampf anmutet, entwickelt sich in dem überraschend saftigen Heuler, der manchmal wie ein TV-Film wirken kann (nicht böse gemeint), zu einem Showdown auf Augenhöhe und mit einigen Biss- und Kratzwunden bei allen Beteiligten...
Es gibt genug von ihnen. Die Werwolffanatiker! Und für genau die sollte „Bad Moon“ eigentlich Pflichtprogramm sein, für die ist er bestimmt schon länger kein Geheimtipp oder gar unbeschriebenes Blatt mehr. Ich lief dem Mondjuwel allerdings jetzt erst über den Weg - aber besser spät als nie! „Bad Moon“ beginnt phänomenal und brutal, wenn ein Liebespaar plötzlich beim alten Rein-Raus-Spiel im Zelt von einem riesigen Lykanthropen getrennt wird - und das nicht nur voneinander, sondern auch von einigen Körperteilen! Dann nimmt sich der Film erstmal Zeit die eigentlichen Hauptfiguren einzuführen, wobei vor allem der heldenhafte Hund und spätere Werwolf-Widersacher Thor einen entscheidenden Platz einnimmt. Was für ein bravuröses Exemplar! In diesem langen, etwas blassen Mittelteil schläft das pelzige Vieh nie komplett ein, es lässt jedoch auch niemanden den Mond anheulen. Bei nichtmal 80 Minuten Nettolaufzeit fällt das aber eh kaum ins Gewicht und das Finale ist wiederum packend, straight und krachend. Der Werwolf hat hier absolut genug Punch, wo er hinhaut, wächst definitiv kein Gras mehr, seine Verwandlung (Mischung aus CGI und handmade) ist zudem grundsolide. Dass der Hund hier die eigentlich Hauptfigur ist, damit kann ich auch gut leben, man fiebert stark mit ihm mit. Passt alles soweit. Das gab’s in den 90ern an allen Ecken und Enden schwächer. „Bad Moon“ ist einfach ein cheesy Monstermovie voller Kurzweile und Krawall. Etwas viel Familiendrama im Kern - aber die Hülle rockt in den besten Momenten gehörig!
Fazit: hart, haarig, herzlich - „Bad Moon“ ist ein knackiger Werwolffilm, der nicht in Vergessenheit geraten sollte! In der Mitte ein ganzes Stück etwas leer und lahm - aber Anfang und Ende und Thor sind grandios!