Rückblickend hat sich die filmische Kickboxerschwemme mit fast einem Jahrzehnt ja erstaunlich lang gehalten, Mitte der Achtziger an und damals teils noch im Kino präsent über diverse Fortsetzungen und Variationen bis in die Mitte der Neunziger hinein; eine stramme Zeit für ständig die gleichen Geschichten und oftmals auch eine niedere Präsentation dessen, was nicht nur die Macher dahinter, sondern die Leute davor gleich mit einschließt. Teddy Page und Dale Cook dabei mit als das Paradebeispiel dessen, gesucht und gefunden quasi, der Eine ohne Talent für die Inszenierung und der Andere ohne Charisma, was sich dann perfekt ergänzt und speziell im hiesigen Bloodfight 6 - Die Arena des Todes! dann glänzt.
Als direkte Fortsetzung zu Bloodfight 4 - Die Abrechnung im Ring und auch von selber Produktionsfirma und den Machern dahinter initiiert, hat man zu Beginn auch gleich eine (längere) Brücke zu dem durchaus soliden, da auch mit Schießerei wirtschaftenden Erstling geschlagen, in Form einer gut siebenminütigen Rückblende nämlich, die dabei keineswegs die Ereignisse von dort etwa zusammengefasst und ratifiziert wiedergibt, sondern tatsächlich denselben Akt des Finales hier noch einmal in aller Ausführlichkeit, mit gleicher Montage etc. bringt.
Sieben Minuten schon mal gespart an Kosten, für den Neueinsteiger ist das ganze brutale Gekloppe von dort inklusive dem Missbrauch von Stacheldraht vielleicht etwas vor den Kopf stoßend, wenn er die Geschichte und die Personen nicht kennt. Für diese Komplettisten könnte das haarklein selbe Prozedere (später werden auch noch mehr Szenen komplett wiederholt, stets unnötig, aber mal passend und auch mal nicht) etwas ermüdend sein, nichtsdestotrotz wird man auf das Folgende an Handlung eingestimmt:
Nach dem Tod von Gangsterboss Don Carlio [ Don Nakaya Nielsen ] im Ring und eigentlich durch Notwehr wird der Amerikaner Max Rivers [ Dale 'Apollo' Cook ] in den Philippinen dennoch schuldig gesprochen und in das Gefängnis von Collantes [ Ted Markland ] verlegt, trotz der Einsprüche von Linda Conroy [ Lisa Stevens ], die anders als der höherrangige Cutter [ John Crank ] sich tatsächlich um ihren Mandanten und Landsmann bemüht. Rivers findet im Knast schnell Aufmerksamkeit, soll er doch für Collantes bezahlte Wettkämpfe veranstalten, zu denen ihn auch der eigentlich freundschaftlich gesinnte, aber sich davon Vorteile erhoffende 'Swede' [ Peter Moon ] anstimmt. Da Rivers wegen seiner Verweigerung zunehmend Strapazen ausgesetzt ist und die Berufung in den Mühlen des Gesetzes steckt, rät Linda zu einer Flucht.
8 Monate sind im Film vergangen, vier Jahre in der Realität, eine lange Zeit des Wartens, die der Cook zwar und auch Regisseur Teddy Chiu a.k.a. Teddy Page (hier mit Pseudonym 'Irvin Johnson' ausgestattet) nicht untätig waren, wo eine Fortsetzung zu einem Kickboxerfilm zwar trotzdem spät kommt und zeitlich fast schon nicht mehr angemessen, da außerhalb von Aktualität und Nachfrage möglicherweise ist. Für Cook war es auch der Abschiedsfilm, der Schwanengesang, das letzte Aufbäumen, Chiu hat noch ein bisschen weiter, aber unbekannte Thrillerchen fürs Fernsehen gedreht. Hier demnach erneut die Kraftanstrengung, der Endspurt, das Magnum Opus des Kickboxerfilmes, auch mit einem beliebten Eingangsbereich, dem Gefängnismilieu nämlich und so in Analogie zu Vertretern wie Blood Warriors oder Mit stählerner Faust gesetzt.
Die Prison-Plotte wird dabei übrigens ausführlich in Augenschein genommen, die Ankunft im Gefängnis, das Betrachten oder auch Bewundern des 'Frischfleisch', die Dusche, das Ankleiden, das Kennenlernen von positiv oder negativ gesonnenen Mithäftlingen, die Arbeit im Steinbruch etc. und pipapo, wobei letzteres den Film wenigstens an die frische Luft holt, aber die Gegend dort auch nicht schön und das Umfeld wie gewohnt sowieso visuell eher zum Abgewöhnen und usselig bis schmuddelig überhaupt ist. Nebenbei gibt's in Auszügen etwas Justiz- und Korruptionsthriller, wenn man das so nennen will, ansonsten ist die Gangart zu Beginn eher ausdauernd, aber zäh, und macht hinten raus den großen Zampano mit Bleiregen in einem Hotelzimmer und einer Fabrikruine und auf eine Gartenparty, den Ausflug in Actiongülle de luxe nämlich.
Dafür sind erstaunlicherweise die Kämpfe besser, die Angreifer mit eigenen Techniken, was den Angegriffenen hier auch zu mehr Agilität und Flexibilität zwingt und Cook so zu einem besseren Erscheinungsbild als im Vorgänger noch drängt. Ein erstes Match in der Gefängnisküche hat tatsächlich etwas Stunts und Kombinationen zu bieten, die man sich auch ein zweites oder drittes Mal anschauen kann und genießen; derlei Variantenreichtum gab's im Erstling gar nicht und hat man entsprechend schon fast abgeschrieben. Der Film ist düsterer, die Shootouts ab dem letzten Drittel präziser und die Trefferwirkung intensiver, Streufeuer mit der Schnellschusswaffe und dem Großkaliber, zudem gibt es mit Peter Moon eine ganz erstaunliche Eintagsfliege zu bewundern: Der Mann bringt alles mit, was es für eine Leinwandkarriere braucht, und hat trotzdem nur diesen einen Film hier gedreht.