Sektenmitglieder, die sich, wie die armen Idioten der Sonnentempler, durch Massenselbstmord dem angeblichen Ende der Menschheit entgegen stellen wollen. Dazu zwei Sanitäter, die die Vorbereitungen der Typen durchkreuzen und gefangen genommen werden.
Mehr gibt es inhaltlich kaum zu berichten, denn „Believers“ bietet lediglich oberflächliche Schwafelei ohne Hand und Fuß und weniger einen mitreißenden Sekten-Thriller.
Wobei der Einstieg noch am unterhaltsamsten ausfällt, wenn Rettungssanitäter Dave sich von seiner Frau verabschiedet und während einer Dienstpause erfährt, dass er bald Vater eines Sohnes werden wird. Dave und sein Kumpel Vic werden kurz darauf zu einem Einsatz gerufen. An einer abgelegenen Tankstelle finden sie eine bewusstlose Frau, deren kleine Tochter nervös auf die Ankunft bewaffneter Männer hindeutet. Dann geht alles ganz schnell, Tochter und Mutter werden in den Van gezerrt und Dave und Vic gezwungen ebenfalls mitzufahren.
Bis hierher ein flott erzählter Stoff mit guter Ausgangsposition für spannende Ereignisse.
Doch die bleiben leider weitgehend aus. Denn fortan befinden sich die beiden Sanitäter eingesperrt im „Reinigungsraum“ eines stillgelegten Raketenstützpunktes, - einer engen Zelle mit Toilette drin. Indes erfährt man, dass es sich bei Mutter und Tochter um Flüchtige der Sekte handelte und die Mutter auf eine nicht näher erklärte Methode wieder belebt wurde, da die Sanitäter während der Fahrt bereits ihren Tod feststellten.
Das Oberhaupt der Sekte ist ein glatzköpfiger Typ, den alle „den Lehrer“ nennen, der aber nicht berührt werden darf, weil er unter zahlreichen Allergien leidet.
Nur, welche Theorien diese Typen verfolgen bleibt völlig nebulös.
Da ist von der Formel die Rede, überall an den Wänden finden sich mathematische Aufstellungen, doch Erklärungen werden nicht ansatzweise geliefert. So wird man völlig im Unklaren gelassen, wodurch der Lehrer intime Informationen über die beiden Sanitäter kennt, die weit in deren Vergangenheit hinein reichen.
Ebenso unklar ist, wie er es schafft, eine Frau durch seine Gedanken sprechen zu lassen.
Das muss man alles als gegeben hinnehmen, fundierte Fakten bleiben völlig aus und auch hinter „der Formel“ steckt nichts weiter als oberflächliches Blabla, das nichts Greifbares liefert.
Aber auch handlungstechnisch kommt man nie so recht voran. Zwar werden die vermissten Sanitäter kurzzeitig von Polizei und dem Vorgesetzten gesucht, doch diese Szenen sind Mangelware, während Hauptfigur Dave lediglich einen mageren Fluchtversuch unternimmt.
Ansonsten herrscht eine dröge Dialoglast, die verstärkt wird, als Vic Episoden aus seiner Vergangenheit berichtet oder der Zweitchef der Sekte seine Mitglieder auf das nahende Ereignis vorbereitet.
Was die Chose letztlich noch ein wenig rettet, ist die Schlusspointe, die letzten Szenen vorm Abspann, die zwar im Vorfeld erahnbar sind, in dieser Form aber ein leichtes Schmunzeln erzeugen.
Letztlich kann man sich über handwerkliche Leistungen nicht beklagen, die Kamera arbeitet ordentlich und auch der Score bietet gut arrangierte Klänge. Indes liefert Johnny Messner in der Hauptrolle als Dave eine sympathische und glaubwürdige Performance ab, auch wenn das aufbrausende Verhalten seiner Figur gegenüber den Fanatikern ab und an Kopfschütteln beim Betrachter auslöst.
Aber man kann als solcher schon dankbar sein, wenn der Stoff überhaupt irgendwelche Gefühlsregungen bewirkt.
Denn „Believers“ gestaltet sich fast durch die Bank tempoarm, ereignislos und dröge.
Wenn die Sekte nun völlig hirnrissige Theorien verbreiten würde, könnte man sich wenigstens darüber ärgern.
So ärgert man sich eher, weil Ziele und Beweggründe der Deppen völlig im Dunkeln bleiben.
Gefangen bei einer Sekte, - das hätte man kaum ereignisloser umsetzen können. Aber Dank der gelungenen Schlusspointe bleibt zumindest kein allzu negatives Gefühl zurück.
Ganz knapp
4 von 10