Review

In der Ausgangssituation nicht anders als „Cube“ oder zuletzt „House of 9“:
Acht einander fremde Personen erwachen an einem von der Außenwelt isolierten Ort.
Alle sind ohne Erinnerung, niemand kann sich an sein Vorleben, ja noch nicht einmal an seinen Namen erinnern.
Doch man wird sich rasch der lauernden Bedrohung bewusst und muss einen Ausgang finden.

Innerhalb dieser Prämisse ist das leider nicht mehr sonderlich originell, doch die Umsetzung fördert durchaus klaustrophobische und spannende Momente zutage.
Denn durch die Unwissenheit der Protagonisten entsteht zunächst gewaltiges Misstrauen untereinander, bis man schließlich feststellt, dass offenbar allen das gleiche Schicksal widerfahren ist.
Alle erwachten, nur bekleidet mit grauer Unterwäsche, in einer Art Gefängniskrankenhaus, doch sämtliche Räumlichkeiten sind verlassen, weder Ärzte, Wächter, noch sonstiges Personal ist auszumachen.
Da ist nur dieses Brüllen/Heulen tierischer Art, was man zunächst nicht einordnen kann. Doch als sich Schatten an der Wand bilden und daraus schließlich eine Art Schattenkreatur erwächst, welches einen der Truppe mit ausgefahrenem Speer tötet, ist Flucht angesagt.

Über mangelnde Charakterzeichnungen darf man sich, zumindest während der ersten Hälfte, nicht sonderlich beklagen, - schließlich wissen die Figuren selbst nicht, wer sie sind.
Erst später finden sie ihre jeweilige Akte, einen groben Steckbrief und in einem Spind ihre zuletzt getragene Kleidung.
Daraus gehen als auffallend hervor: Heldin und Ärztin Kate, ihr Begleiter Jack, ein Computerspezialist und ein leicht nymphoman veranlagtes Model.
Bis jedoch alle Personen zu einer Gruppe zusammenfinden vergehen fast 40 Minuten, da man auf Tony Todd, der hier die Rolle des Gefängnisinsassen Steve verkörpert, erst ziemlich spät stößt und man sich auch nicht ganz sicher ist, ob man ihn nicht besser im angeketteten Zustand in der Zelle lässt.

Überhaupt dominiert während der ersten Hälfte allgemeines Misstrauen. Das nackt schwimmende Model etwa, das zwei in einer Schwimmhalle antreffen und welches völlig sorglos zu sein scheint, während sie ein „We´re all gonna die“ mit einem zynischen Lächeln über die Lippen bringt.
Auch als sich zwei (wegen der Kälte, sie tragen lange Zeit nur Unterwäsche) Ärztekittel überstreifen und für Verantwortliche gehalten werden, kommt es zu körperlichen Auseinandersetzungen.
Schließlich muss es innerhalb der Gruppe einen Involvierten geben, jemanden der diese merkwürdigen Umstände erklären kann.

Doch zudem gibt es noch das Schattenmonster, das im Verlauf deutlich mehr Präsenz erhält.
Zu Beginn hat man dieses jedoch geschickter verpackt, da hört man lediglich das Brüllen und sieht formende Schatten an der Wand. Der schnell fliegende Schatten, der wie dichter, schwarzer Qualm aussieht, wurde auch noch okay gestaltet, doch leider übertreibt man es ein wenig, indem man der Kreatur ein blauleuchtendes Dämonengesicht verpasst. Ferner hätte man auf die Egoperspektive, mit leuchtenden Blaufilter und hervorgehobenen Personensilhouetten verzichten können, was dem Geschehen in seiner Häufigkeit einen leicht trashigen Beigeschmack beschert.

Für allzu viel Blutvergießen sorgt das Wesen auch nicht, häufig bleiben nur die blutverschmierten Opfer zurück und nur ab und zu fährt es seine dunklen Spitzen aus, um jemanden zu durchbohren.
Auch die Erklärung für die Schattenkreatur fällt reichlich dürftig und vor allem hanebüchen aus, - im Kontext mit der Gesamterklärung ohnehin.
Die titelgebende Bedrohung ist somit der eigentliche Schwachpunkt des Streifens.

Aber auf der Habenseite stehen ein paar recht unheimliche Szenen, die ein wenig an ein Horror-Adventure für die Spielkonsole erinnern.
Der alte, hirntote Mann, der im Krankenzimmer an Geräten angeschlossen ist, ein Büro, dessen Wände mit Blutspuren übersäht sind, ein Telefon, das hinter verschlossener Tür klingelt, - all diese Szenen sorgen für ein wohlig mulmiges Gefühl.

Dabei helfen auch die Darsteller größtenteils tatkräftig mit. Allen voran natürlich Tony Todd, dem man schon aufgrund seiner kräftigen Statur und den gemurmelten trocknen Sprüchen nicht trauen kann.
Als überraschend tauglich entfaltet sich Jolene Blalock, die hier wie eine süße Mischung aus Jennifer Lopez und Hilary Swank die Heldin Kate verkörpert und recht vielseitig und glaubhaft performt.
Auffällig ist noch Natasha Alam, die in der Rolle des freizügigen Models eine recht ansehnliche Figur abgibt und sich auch mimisch als tauglich erweist.

So bleibt unterm Strich ein durchaus passabler Horrorthriller, dem im Gesamtbild ein paar Dialoge weniger und ein paar Angriffe mehr sicher nicht geschadet hätten. Gleiches gilt für die Schattenkreatur, der man im Verlauf eine zu deutliche Erscheinung verleiht.
Dafür gleichen ein paar unheimliche Momente und eine insgesamt stimmige Atmosphäre diverse Schwachpunkte wieder aus.
Zwar im Vergleich deutlich schwächer als Vertreter „Cube“ und „House of 9“, aber wer mit dieser Art von Ausgangssituation etwas anfangen kann, sollte ruhig mal einen Blick wagen.
6,5 von 10

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