In "Shadow Puppets" (wer kommt auf die hirnrissige Idee dieses Teil "Dark Shadows" zu nennen???) macht ein Schatten, im 10 kleine Negerlein Prinzip, jagt auf 8 in einem Laborkomplex eingeschlossene Menschen. Klingt komisch... ist es auch.
Der Beginn des "Cube" ähnelnden Pseudo-Horror-Thrillers ist recht spannend und weckt Neugierde. So wie die Protagonisten lässt der Regisseur Michael Winnick den Zuschauer anfangs im dunklen stehen. Eingesperrt in einem unbekannten Komplex, der einer Psychatrie ähnelt, erwachen die Charaktere ohne Gedächtnis und Erinnerung. Merkwürdige Geräusche erzeugen eine leichte Gruselatmosphäre in der klaustrophobischen Anlage. Recht schnell finden die Charaktere zueinander, rätseln gemeinsam was ihnen widerfahren ist, suchen nach einem Ausweg... und begegnen einer lichtscheuen Schattenkreatur.
Was anfangs aufgeht, Interesse und Neugierde weckt, verliert bereits nach dem ersten Drittel an Substanz. Zu zäh, zu ereignislos zieht sich die Handlung in die Länge, die aufgesetzen Dialoge ermüden mit der Zeit und die nach und nach ersichtliche Auflösung des Ganzen ist äußerst banal.
Hinzu kommen einige Anschlussfehler. Beispielsweise wird eine Scheibe eingeschlagen, in der nächsten Szene ist diese Scheibe restlos heraus gebrochen (nicht, dass sich jemand schneidet!) aber keinerlei Splitter am Boden zu sehen. Hatten hier die Akteure Zeit zum aufräumen???
Die Figuren agieren sehr klischeehaft. Der blasse, abgemagerte Computerfritze ist ebenso dabei, wie ein psychisch angeschlagenes Model oder ein hünenhafter Verbrecher. Hier wurde zwar für Abwechslung gesorgt, jegliche Tiefe fehlt allerding.
Viele Situationen werden so suspekt kommentiert, dass es schon beinahe lächerlich oder trashig wird. Ebenso die emotionslose Widergabe schlägt eine große Kerbe ins Holz. Hier hat die deutsche Synchro mal wieder Federn lassen müssen. Obs in englisch aber viel besser ist wage ich zu bezweifeln.
Die meisten Akteure sind nicht der Rede wert. Tony Todd ("The Rock“) bleibt durch seine körperliche Statur und trockene Sprüche in Erinnerung, ebenso das "eye-candy" Natasha Alam, die das psychisch instabile Model Amber ansehnlich verkörpert.
Selbst für einen B-Movie sind die Effekte unterdurchschnittlich. Der Schattenkreatur wurde ein plumper, blauäugiger Dämonenkopf spendiert, ein paar Blutkleckse an den Wänden... so gesehen wars das auch schon. Weder besonders viel, noch besonders schön anzusehen.
Viele Logikfehler, plumpe Dialoge, klischeehafte, blasse Charaktere und schwache Effekte vermiesen einen durchaus guten, spannenden Start. Hier wäre mehr drin gewesen wenn das anfängliche Potential hätte gehalten werden können.
3 / 10