Wer meint, mit Uwe Bolls unsäglichem „House of the dead“ sei bereits die Talsohle an miesen Zombiegame-Verfilmungen erreicht worden, irrt gewaltig.
„Doomed“ unterbietet dieses ohnehin unglückliche Konzept um Tiefen und schafft es innerhalb 77 Minuten nicht, auch nur einen Grund zur Sichtung zu liefern.
Der komplette Streifen gleicht in seiner Gestaltung einem fiktivem Konsolenspiel und so werden blitzschnell die Spieler in die Runde geworfen, die an „Survival Island 2020“ auf einer einsamen Insel teilnehmen.
Zehn an der Zahl, die jeweils paarweise fünf Teams bilden und sich durch farbige T-Shirts unterscheiden. Besonderheit: Alle sind kriminell, was diverse Einblendungen mit dem jeweiligen Vergehen und der verhängten Strafe verdeutlichen.
Der Spielleiter beamt sich ins Geschehen, erklärt kurz einige Regeln, winkt mit der Aussicht auf 50 Mio. Dollar und dann latscht man los.
Allerdings rechnet man nicht mit angreifenden Zombies, die das Resultat eines fehlgeschlagenen Regierungsexperiments sind.
Ob das ursprünglich als Kritik an Reality-Shows vorgesehen war, bleibt zu bezweifeln, denn ein roter Faden ist hier schwerlich auszumachen.
Hauptsache, zehn Figuren ohne Charakterzeichnung kloppen sich mit Zombies, da macht man sich um das Drumherum nicht viele Gedanken.
So kann sich das planlose Script auch nicht für einen Helden entscheiden, denn kaum scheint eine Person dafür prädestiniert, wird sie von den Untoten geholt und es wird ein „Transmission Interference“ eingeblendet. Am Ende ölen da Leute herum, die einem vorher gar nicht auffielen.
Was die abseits der Zombieangriffe treiben, interessiert ohnehin nicht, denn, ob sich die beiden Frauen im grünen Team anzicken, der Hacker die Prostituierte im roten Team unterschätzt oder man eine Kiste mit Wasser und einer Kettensäge findet, - Letztere kommt ja noch nicht einmal zum Einsatz.
Auch Zombieauftritte stellt man sich im konventionellen Sinne anders vor, als schnell umherlaufende Typen in Militärkleidung mit billig drauf geklatschten Masken, die noch nicht einmal richtig zubeißen, aber mit einigen Fast Forwards noch unpassender agieren.
Vielmehr wird geprügelt und das äußert sich so grauenvoll, dass es bei jedem Treffer ein Freeze Frame mit einer Einblendung der dafür erspielten Punktzahl gibt.
Also: Trifft jemand einen Untoten mit einer Waffe, friert das Bild kurz ein und da steht beispielsweise: „Kill Shot – 550 Points“ – und das während sämtlicher Fights. Wie soll denn da Spannung aufkommen?
Trotz diverser Treffer, Schläge, Hiebe und Stiche spritzt zwar ein wenig Blut im Off, doch eine Wunde kann man während der kompletten Laufzeit nicht entdecken.
Neben den unzähligen PC-Game-Schrifteinblendungen nerven auch weitere handwerkliche Unfähigkeiten des Regisseurs, der es noch nicht einmal fertig bringt, die Kamera während einer Verfolgungsszene einigermaßen ruhig zu halten.
Dazu gesellen sich noch Nutzloseffekte, wie ein übersättigter Grünfilter als Infra-Rot-Sicht und verschiedene Verfremdungsfilter, die sich ständig während der Freeze Frames wiederholen.
Und so kloppen sich talentfreie Darsteller mit agilen, überhaupt nicht angsteinflössenden Zombies, als wäre man Zeuge eines Adventures aus der Zeit lange vor „Street Fighter“.
Das ist folgerichtig weder spannend, noch sonstwie unterhaltsam, denn außer ein wenig Bewegung durch die Kämpfe, entsteht hier nichts als Hohlraum.
2 von 10