Zum vorerst letzten Mal gehen wir mit Reggie und Mike auf die Reise nach dem Tall Man.
Auch im vierten Teil versuchen beide alles, um dem unbekannten Mann das Handwerk zu legen. Wird es ihnen endgültig gelingen?
Reggie hat die Schnauze voll. Scheinbar ist es nicht möglich, den Tall Man (Angus Scrimm) zu besiegen, egal on Hitze, Kälte, Säure usw. Da nun auch noch Mike eine Art Transformation durchgemacht hat, ist Reggie ganz alleine. Auch der Geist von Mikes Bruder Jody kann ihn nicht wirklich überreden, weiterzumachen, aber hat Reggie überhaupt eine Wahl? Nein, ergo macht er sich wieder auf die Suche nach Mike.
Mike fährt nach Desert Valley, kein Mensch lebt hier und genau dort plant der Tall Man seine Invasion mit diversen Zeittoren. Als Mike mit Hilfe von Jody eines der Tore durchschreitet, erfährt er, wer der Tall Man früher war und das er nicht immer böse war...
Da sind sie noch mal alle, die Stars, die wird seid dem ersten Film von 1979 kennen. Fast 20 Jahre später haben wir alles mit ihnen erlebt. Nun machen sie sich auf die letzte Reise, falls Coscarelli nicht irgendwann doch noch mal einen fünften Teil dreht.
Cocarelli geht wieder zu seinen Wurzeln zurück. Nachdem meiner Meinung nach etwas actiongeladenen dritten Teil geht er nun wieder auf die Ursprünge von „Phantasm“ zurück.
Langsam aber sicher beantwortet Coscarelli nun auch Fragen, wenn auch natürlich nicht alle beantwortet werden. Aber zum ersten Mal erfährt der Zuschauer, woher der Tall Man eigentlich kommt und was er vorher war. Das Ergebnis überrascht, auch wenn man sagen muss, dass das Ergebnis recht kurz und knapp wiedergegeben wird, ein bisschen mehr Erklärung hätte es schon sein dürfen.
Erfreulicherweise sind alle Mitglieder wieder an Board. So hat man das Gefühl, man kennt sie schon seit Jahren, wenn wir an den kleinen Mike zurückdenken, der jetzt um die 30 ist. Reggie Bannister sieht aus wie immer, der Zopf ist noch da, er ist immer noch ziemlich geil auf jede Frau, die er mitnimmt (auch diesmal hat er wieder mehr Pech als Glück) und natürlich der Tall Man himself, Angus Scrimm. Scrimm spielt seine Paraderolle überzeugend wie immer, wirkt auch schon älter, aber man sieht ihn auch von einer anderen Seite, nämlich die Zeit, bevor es den Tall Man gab.
Wie es im Lauf der Zeit nun mal so ist, gehen auch an „Phantasm“ die CGI-Effekte nicht vorbei. Die bedrohlichen Kugeln stammen jetzt direkt aus dem PC, auch andere Sachen sind nicht mehr handgemacht, eigentlich Schade, hatte dies doch immer den Charme der Serie auch ausgemacht. Auch die F/X wurden deutlich zurückgeschraubt, nur noch selten fließt das gelbe Blut von Zwergen oder dem Tall Man.
Findet man jetzt im vierten Teil alle antworten auf diese Serie. Mitnichten. Eigentlich sind wir genau so schlau wie vorher, nur das es diesmal klar scheint, nicht alle kommen zurück. Wird je ein fünfter Teil gedreht, so dürfte die Besetzung deutlich kleinerer werden. Ich hätte mir schon etwas mehr Aufklärung gewünscht. Die Geschichte des Tall Man ist interessant, wird aber leider zu kurz behandelt, wesentliches erfährt man leider nicht. So lässt Coscarelli den Zuschauer am ende mit einen großen, nein, eigentlich zwei Fragezeichen zurück. Das Ende ist offen, was wird passieren? Und viel wichtiger, wird es überhaupt noch mal einen fünften Teil geben? Wir werden sehen, was die Zeit bringt, denn...“it’s never over!“.
Fazit: Coscarelli schließt seine „Phantasm“-Reihe zwar würdig ab, die Qualität bleibt erhalten, doch liefert er dem Zuschauer zu wenig Antworten, so dass ein fünfter Teil mehr als notwendig wäre, falls er überhaupt je kommt. Dennoch muss man sagen, Coscarelli hat eine Reihe geschaffen, die wirklich überzeugt, keine Hänger hat wie so manche Horrorserie, namentlich sei nur „Freitag ,der 13.“ genannt. Ferner schuf Coscarelli einen neuen Bösewicht mit dem Tall Man, der an die Popularität anderer Genregrößen leider nicht rankommt, aber dennoch ein überzeugender Bösewicht dank Angus Scrimm ist. Manchmal ist weniger eben mehr. Die „Phantasm“-Reihe kann jedem ersten Horrorfan empfohlen werden, der mal etwas anderes sehen will als dumme Sprüche Marke Freddy Krueger oder dumme Teenager wie in „Freitag , der 13.“. Es lohnt sich definitiv, wenn man mit offenen Enden leben kann.