Review

Der Tall Man ist immer noch auf der Jagd nach Michael, dieser ist auf der Suche nach der Vergangenheit des Tall Man, um dessen eventuellen Schwachpunkte zu finden und Reggie heftet sich an die Fährte von Michael.

Der vierte (und bis dato letzte) Teil der Reihe fängt garnicht mal übel an mit einem durch die Leichenhallengänge stapfenden und von zwei Sphären begleiteten Tall Man und einem rasanten Zusammenschnitt von Szenen aus den ersten drei Teilen. Danach verheddert der Film sich leider in stückwerkigen Einzelszenen, die kein homogenes Ganzes ergeben. So wird zwischen den Erlebnissen von Reggie, der, wie sich zu Beginn herausstellt, nicht etwa von den Sphären an die Wand gebohrt, wie man in der Schlusssequenz von "Das Böse 3" vermuten könnte, sondern lediglich an diese gedrückt wurde und nun (warum auch immer) vom "Großen Mann" unversehrt ziehen gelassen wird und der Suche Mikes nach Hintergrundwissen über den Bösewicht hin- und hergewechselt. Allein diese Wechseleien sind schon nicht besonders gut abgestimmt und zu allem Überfluss hat Don Coscarelli wohl noch ein paar (teils bekannte, teils unbekannte) Schnipsel von den Dreharbeiten zu "Das Böse" gefunden und munter eingefügt. Hier darf zum Beispiel Michael im Kindesalter zusammen mit Reggie im Eiswagen durch die Gegend fahren oder befreit den am Galgen baumelnden Tall Man, was dann immer krampfhaft mit Geschehnissen in der Gegenwart verknüpft wird.
Die Idee, etwas mehr über die Herkunft des Tall Man zu erzählen ist im Grundsatz nicht verkehrt, aber das was man sich hier zusammengeschustert hat, ist alles andere als befriedigend. Man erfährt, dass der "Große Mann" früher ein normaler Mensch war, Jebediah Morningside hieß und an einem Dimensionstor bastelte, aus dem er dann als das, was er heute ist, zurückkehrte.
Die unheimliche Athmosphäre der ersten Teile kann nicht erzeugt werden, weil einfach die gewohnten Schauplätze wie Krematorien und Friedhöfe fehlen und statt dessen viel auf der Straße und in felsigen Wüsten spielt.
Auch hinsichtlich der Effekte bleibt man hinter den ersten Teilen zurück. Es gibt zwar unter anderem einen Zombiecop und die Mordzwerge, aber richtig prickelnd wirds hier nicht, da ersterer wenig bedrohlich ist und letztere nur als Kanonenfutter dienen. Das höchste der Gefühle ist da eine Handdurchbohrung und die gute und gut umgesetzte Idee mit den "Sphärenbrüsten".
An der Darstellerriege gibt es nichts zu mäkeln, denn diese besteht aus den bekannten Gesichtern. So darf Angus Scrimm wieder grimmig den Tall Man mimen, Michael Baldwin spielt den wissbegierigen Michael, Bill Thornbury seinen Bruder, dessen Existenz nun endgültig geklärt scheint und Reggie Bannister als Reggie markiert den harten Mann und sorgt zugleich für den Humoranteil, wenn er in die Fettnäpfchen tritt.
Problem bei der deutschen Fassung ist zudem die Synchronisation, die mit miesen Sprechern aufwartet und den an sich guten Darstellerleistungen einen faden Beigeschmack aufdrückt.

Insgesamt ist "Das Böse 4" ein wirrer und größtenteils langweiliger Abschluss der Quadrologie und es bleibt die Hoffnung, dass Don Coscarelli noch einen würdigen Abschluss der an sich guten Reihe nachreicht.

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