Was für eine Serie! Was für ein Erfolg! Was für ein Hype! Was für ein Scheiss!!!
Wenn ich ein Auflisting von nervigen Animes machen soll, hält Dragonball Z bei mir immer wieder als Prügelknabe her.
Denn dieser Anime ist Teil des RTL2-Reportoires (ok Mittlerweile Tele5), der mich so sehr nervt: Blöde Kommerzanimes, die sich durch die hohen Einschaltquoten der Kinder weit über Wasser halten können.
Dragonball Z gehört darunter aber eigentlich noch zu den "besten", denn es ist der einzige dieser Serien, dessen Namen ich auch auf vielen Top-Anime Chartlisten zwischen Cowboy Bebop und Neon Genesis Evangelion lesen kann.
Denn irgendwo ist der Hype dieses Überanimes auch berechtigt. Immerhin erzählt er nicht einfach nur eine kleine Story, sondern eine rießen Saga. Mit 291 Episoden gehört Dragonball Z zu den längsten (wenn nicht DIE Längste) Serien überhaupt (ok Simpsons können das toppen, und auch die Power Rangers....GZSZ nicht vergessen), obendrein sind es nicht lose aneinander gereihte Episoden, sondern eine bzw. mehrere Geschichten auf all diese Episoden verteilt, die ineinander verschmelzen.
Man muss also schon von Anfang an dabei sein, um wirklich alles verstehen zu können, und selbst wenn man mittendrin einschaltet und das Geschehen verfolgt, schafft es die Serie ziemlich schnell in den Bann zu ziehen. Diesen Punkt will ich an der Dragonball-Franchise auch nicht abstreiten. Es ist eine der großen Stärken der Serie, nämlich dass die entscheidenden Szenen immer das Interesse des Publikums wecken können....Sofern man sich mit dem Genre (welches Dragonball quasi selbst erschuf) anfreunden kann.
Wie könnte man das nur bezeichnen? Martial-Arts wäre zu wenig, da gehört noch eine verdammt große Portion Fantasy dazu, und ein ganz klein wenig Comedy (auf anime-typischer Basis).
Hier geht es um eine Gruppe von übermenschlichen Kämpfern Son-Goku, Son-Gohan, Kurilin, Yamchu, Tenshinhan, Piccolo und Vegeta, die nur leben, um ständig nur zu tranieren, und somit stärker werden zu können. Das hat den Grund, weil ständig Irgendetwas aus den entferntesten Ecken von Raum und Zeit auftaucht, und versuchen will das Universum zu zerstören...Motive und Beweggründe werden nie genannt, es sind einfach Bad Guys, und das reicht auch dem jungen Publikum, um diese zu hassen, und somit mit ihren Helden mitzufiebern, wenn diese gegen Freezer, Cell und Boo kämpfen.
Und genau diese Bösewichte umrahmen die drei großen Handlungsräume der Serie (4 wenn man den Anfang mit Vegeta dazu zählt).
Die Story um die 7 Dragonballs, um die es ursprünglich in der Originalserie "Dragonball" ging, geraten hier in vollkommene Nebensächlichkeit. In der Vorgänger Serie wurde intensiv nach ihnen gesucht, damit sich schließlich ein Wunsch erfüllen würde. In DBZ werden sie ganz am Rande immer wieder mal schnell gefunden, da sie nur noch zu Wiederbelebungszwecken dienen.
Das geht so weit, dass sich Charaktere irgendwann keine Gedanken mehr über den Tod eines Freunden machen, da dieser durch die Dragonballs sowieso wieder auferstehen wird...
Es geht hier ständig ums Kämpfen und bekämpft werden. Es geht immer harmlos, gar langweilig an, bis sich dann erste Anzeichen des Feindes bemerkbar machen, sich daraufhin Zerstörung und Gewaltausbrüche häufen bis schließlich die Protagonisten davon Wind bekommen und sich dem Widersacher in den Weg stellen. Ist es dann mal zu einem Kampf gekommen, kann das auch schonmal über 20 Episoden lang weitergehen, bis dann ein Ende des Kampfes zu sehen ist.
Nun fragen Unwissende: Wie soll man denn einen Kampf auf 20 Episoden ausdehnen können? Nun hier hat Dragonball sein Markenzeichen kreiert.
Quizfrage: Wie viele Dragonball Charaktere braucht man, um einen Kuchen in den Ofen zu schieben?
Nur einen, es dauert jedoch 5 Episoden lang...
Der Kampf wird immer wieder durch dümmliche Dialoge unterbrochen, bei denen ich sowohl weinen als auch lachen könnte.
Es ist einfach nur lächerlich wie die Charaktere die ganze Zeit davon reden wie unglaublich stark sie sind:
-Haha, nun werde ich dich fertig machen, ich bin nämlich der stärkste im Universum
-Ich bin so stark, davon kannst du nur träumen, denn meine Kampfkraft beträgt nämlich 10.000!!! (Einheit???)
-Ich habe so hart trainiert, das kannst du dir garnicht vorstellen, und nun werde ich dich mit meiner neuen Technik in die ewigen Jagdgründe katapultieren >.<
jaja, aber noch peinlicher sind die Konter-Antworten auf solche Drohungen
-Tja da muss ich dich leider enttäuschen, denn ICH bin der stärkste, und das werde ich dir auch gleich beweisen
-Tut mir Leid, aber da irrst du dich ganz gewaltig, denn mich hat noch keiner besiegt, und das wirst du auch nicht
- Du scheinst wohl gar nicht zu wissen wen du vor dir hast, ich bin nämlich zufälligerweise der stärkste Cyborg im ganzen Universum!!!
Die Gegner fliegen auf sich ein, schlagen/treten sich gegenseitig in der Luft, bis sie wieder auseinandergehen, um sich im Kopf durchgehen zu lassen wie stark doch der andere ist und liefern sich noch-und mehrmals denselben Schlagabtausch wie man ihn schon mehrere Episoden zuvor gesehen hat. Ich muss sagen diese Prügelszenen sehen doch sehr langweilig aus, weil sie sich ständig, und kaum voneinander unterscheidbar wiederholen. Auch wenn die Kontrahenten dann zu größeren Kalibern greifen, nämlich Energiebälle/Strahle unterschiedlichster Form,Größe und Farbe, wird es doch sehr öde, weil die Auswirkung leicht vorhersehbar ist.
Entweder wird die gigantische Energiekugel mit dem Linken Zeigefinger ganz cool abgewehrt, welche dann am nächstbesten Berg eine HUUUUUUUUUUUGE Explosion verursacht, oder das "Opfer" wird von dem Angriff erfasst, doch sobald sich der Rauch legt, scheint diese keinen Kratzer dvon getragen zu haben, und gibt noch einen Spruch ab der Marke: "Ui hab ich nen Schreck gekriegt".
Solche Szenen wiederholen sich leider ständig, bis man eben auswendig weiß was passieren wird. Die doofen Dialoge nehmen dabei kein Ende und es wird weiterhin geprahlt wie stark man ist, und was man noch vorhat.
Plötzlich wird Piccolo von Cell gepackt, ihm wird das Genick gebrochen, dann kreigt er noch einen gewaltigen Energie-Strahl durch seinen Körper gebohrt, was von C17 schließlich mit einem "boha der sieht ja fertig aus" leicht entsetzt kommentiert wird.
Und wenn sich die Helden des Sieges sicher sind (oder auch umgekehrt) werden sie schnell mit irgendeiner weithergeholten Überraschung überrascht. Die Charaktere stellen fest, dass ihr Freezer nur 20% seiner maximalen Kraft genutzt hat (Wahnsinn wie rechnen die das aus?), oder das noch etwas anderes schier unabwendbares bevorsteht, sodass jedes Handeln keinen Sinn zu haben scheint. Der (oft wiederholte) dämliche Gesichtsausdruck von Son-Goku wird irgendwann vorhersehbar und wirkt daher nurnoch albern. Das Gefolge, welches nur zuguckt anstatt zu helfen glotzt ebenfalls blöd und spekuliert über sinnloseste Theorien, die zum Teil als Entschuldigung durchgehen sollen weshalb sie nun nicht helfen können/wollen/sollen.
Derweile schlagen sich die Kontrahenten weiterhin und verwüsten die ohnehin schon total öde Location mit immer mehr hard Punches und big Explosions. Auch auf dem weit entfernten Planeten Namek sieht der Ort des Geschehens nicht viel interessanter aus. Die paar Berge die rumstehen sind auch nur dazu da, damit irgendjemand durchkracht, oder gleich ganz weggebombt werden...
Wann ist denn nun der Kampf zuende??
Der Erzähler vertröstet immer auf die nächste Episode mit spannenden Comments wie:
"Wird es Son-Goku rechtzeitig zu seinen Freunden schaffen und ihnen helfen können?"
"Wird Vegeta gegen Freezer bestehen können?"
"Wird Cell nun das ganze Universerum zerstören, oder kann ihn noch jemand aufhalten?"
blablabla, oh man ich kanns kaum erwarten, aber viel wichtiger sind doch die Fragen:
"Wann hören die Protagonisten auf so eine Kacke zu labern?"
"Wird Piccolo die ganze Zeit so ein dummes Gesicht ziehen?"
"Wird Son-Goku irgendwann doch noch aufhören wie ein Volltrottel rumzuschreien?"
"Wird eventuell noch der Weihnachtsmann vorbei kommen und seine Geschenke verteilen?"
Ich weiß es nicht...das müsst ihr schon in der nächsten spannenden Folge von Dragonball Z herausfinden.
Nach etwa 15 Episoden droht der Planet Namek zu explodieren, und dass soll laut überzeugender Aussage von Freezer in 10 Minuten geschehen. Son-Goku gibt an und behauptet ihn (Freezer) in einem Bruchteil dieser Zeit besiegen zu können. "Ja, diese Folge wird nun das Finale, mal sehen wie es endet..."
Denkste, 10 groß angesagte Minuten bedeuten weitere 10 Episoden bis der Kampf nun wirklich zu Ende ist.
Und da denkt man sich dass nun reichlich viel Zeitverschwendung dabei war. Während eines Kampfes muss auch ständig eine komplett andere Location gezeigt werden, mit Leuten, die gar nichts zur Sache tun. Einige Nebenplots erscheinen einfach sinnlos, dienen verkrampft als Lückenfüller in der vorgegebenen Episodenlänge, und einiges passt auch überhaupt nicht zum Gesamtbild des Animes.
Nach dem großen Alles-oder Nichts Kampf auf Namek, der in einer rießigen Explosion verschwunden ist, und auf dem Son-Gohan fasst ums Leben gekommen wäre, aber schließlich dank seines Vaters das gesamte Universum doch noch gerettet ist, muss dieser nun daheim Hausaufgaben machen, sonst darf er nicht vor die Tür und spielen X.x
Son-Goku und Piccolo (und eigentlich auch der Rest der Crew) die ja bekanntlich fliegen können wie Superman, und dabei schneller sind als jeder Harrier-Jet, manchen nun plötzlich den Auto-Führerschein...
Was soll das? Nach den großen ernsthaften Fights kann es zwar ruhiger zugehen, aber das ist nun doch lächerich. Nun verschwendet die Serie wieder maßlos Zeit mit Episoden in denen SonGoku mal schnell einen abstürzenden Buss rettet oder SonGohan mit seinem Hausdrachen ein bisschen spielt.
Das sind einfach Folgen in denen nichts passiert, und sind so interessant wie des Nachbars Hund ausgefallene Haare.
Da hat auch bei mir das Interesse stark nachgelassen, als ich die Serie noch regelmäßig guckte.
Hätte man den ganzen Nonesense weggelassen, würde die Serie auf ein erträgliches Maß von "nur" etwa 150 Episoden sinken.
Und auch die Kampfszenen hätte man etwas kürzer gestalten können, denn es ist ermüdend die Charaktere Non stop (mit dümmlichen Dialogpausen) über viele Episoden hinweg kämpfen zu sehen, und sich dabei stundenlang nichts neues tut.
Die deutsche Synchronisation gibt dem Ganzen auch noch den Rest. Die Stimmen sind oftmals schlecht gewählt, und die Sprecher leisten auch so nicht besonders gute Arbeit. Und der Blödsinn den die Leute auch noch sprechen müssen, trägt nurnoch zu der schlechten Synchro bei.
Absolutes Highlight ist der Frust von Vegeta, weil alle nur auf Son-goku hoffen: "Was finden die an dem? Ich bin schöner, stärker und Toller als er"...loool
Einen Soundtrack gibt es nicht wirklich. Da ist nur das von RTL2 wie immer eingedeutschte Intro mit einem naiv-doofen Text. Der Rest ist mehr oder weniger solide, wenig auffallende und beliebig austauschbare Hintergrundmusik. Wirklich nichts besonderes, nichts was man auf CD rausbringen müsste...
Die Serie wurde in Deutschland anfangs als "nichts für Kinder" angekündigt, dennoch waren Kinder die große Zielgruppe der Serie. Ein bunter Fantasy-Anime mit der Ankündigung "nichts für Kinder", gerade das lockt doch die Kinder an, und man stellt fest, dass es schließlich doch eine Sendung für (große) Kinder ist. Alle Charaktere können fleigen, sind superstark, und können Energiebälle verschießen...alles was das Kinderherz begehrt. Es gibt entweder nur ganz Gut, oder ganz böse (Piccolo und Vegeta schwanken anfangs), aber richtig ausgefallene Charaktere mit origineller Persönlichkeit gibt es nicht. Klar haben auch die ihren Background, und vertieft sich immer wieder durch neue (von den Autoren und Produzenten schnell ausgedachten) Zusatzüberraschungen, was mal wieder für das berühmte blöde glotzen sorgt. Doch das alles gerät dennoch in Vergessenheit, und dazu tragen die überlangen Kampfszenen mehr als nur dazu bei. Denn trotz der Vergangenheit bleiben die Charaktere oberflächlich und in ihren charakteristischen Eigenschaften sehr beliebig und uninteressant.
Die wenigen "härteren" Gewaltszenen, wie mal ein abgetrenntes Körperteil oder eben blutige Verletzungen wurden hier auf eine annehmbare Darstellung reduziert. So sahen ähnliche Szenen aus anderen Animes wesentlich schlimmer und auch dramatischer aus, als hier.
Bleibt also zu sagen, dass Dragonball Z zwar ordentlich Spannung erzeugen kann, doch auch den Fans ist bewusst, wie unerträglich lange da ein Kampf dauert, und wie unnötig die vielen Nebenplots sind. Die Kämpfe langweilen irgendwann, weil sie ständig nach dem selben Muster ablaufen (und so auch die ganze Story), keineswegs genial choreographiert sind, und ziemlich langweilig gezeichnet sind.
Ständig taucht ein neuer Gegner auf, der NOCH stärker ist als der andere. Das Team muss aufs neue trainieren, nur um zunächst zu versagen, aber schließlich doch noch gewinnt, woraufhin schon der nächste Feind ankommt, der NOCH!!!! stärker ist als der vorherige, und das erfordert wieder "hartes" Training bis, auch dieser scheinbar unbezwingbare Gegner niedergetrampelt werden kann. So läuft das ab, bis ich irgendwann nur noch drüber nur noch den Kopf schütteln konnte.
Die zahlreichen Verarschungen im Netz geben mir da wohl auch Recht...