Was als Kurzfilm funktioniert, muss nicht zwangsläufig als aufgeplusterte Fassung überzeugen, denn nur allzu häufig wird eine kleine Anekdote mit weniger witzigen Nebensächlichkeiten angereichert, die auf Dauer nur geringe Abwechslung zutage fördern.
Auch der erste Langfilm von Dean Matthew Ronalds, basierend auf dem eigenen Kurzfilm drei Jahre zuvor, teilt jenes Schicksal.
Im Großraumbüro der Berm-Tech-Cooperation läuft einiges anders als bei üblichen Unternehmen, denn die komplette Belegschaft besteht ausschließlich aus Vampiren. Vereinzelt verlassen sie nur nachts das Gebäude, ernähren sich dezent von Blut und Menschenfleisch und versuchen unauffällig zu bleiben. Doch ausgerechnet der Boss leidet unter Vampir-Alzheimer und schon bald erscheinen ein menschlicher Unternehmensberater und eine neue Mitarbeiterin…
Etwa die erste Viertelstunde liefert eine leicht groteske Grundsituation, indem sich ein gepfählter Mitarbeiter im Büro des Chefs befindet, wonach Otto (Steve Burns) als Off-Erzähler fungiert und diverse Vorgänge über die von ihm genannten Schattenwesen mithilfe von anschaulichen Animationen erklärt. Hübsch pointiert und teils recht amüsant, wenn Flashbacks über Jahrzehnte zurückreichen und der Werdegang einzelner Individuen mit wenigen Szenen veranschaulichen, wie etwa Mitarbeiter Elton zum schweigsamen Kollegen wurde, als er in den Sechzigern eine Show mit dem gleichnamigen Sänger sah.
Diverse markante Individuen sind ordentlich besetzt und performen mindestens passabel, doch nachdem die Katze früh aus dem Sack ist, gehen der Geschichte spürbar die Ideen aus.
Zudem gibt es nicht eine Actioneinlage und mit der Zeit sorgen die Räumlichkeiten von Büro und Kellerkammern nicht gerade für Abwechslung, denn aufgrund der allenfalls zweckmäßigen Ausstattung wirkt die Chose wie Sitcom auf Durchschnittsniveau.
Allzu viel Biss sollte man ebenfalls nicht erwarten, denn obgleich in Ansätzen von Menschenteilen genascht wird, fallen andere rar gesäte Gewalteinlagen überraschend unblutig aus, zumal nicht einmal zugebissen wird. Auffällig ist auch, dass Animationen als auch Flashbacks zusehends verschwinden und damit auch die wichtige Komponente des Schwungs und der Abwechslung. Stattdessen kommt es zu wenig überraschenden Wendungen und einem kaum aufregenden Finale, welches den viel versprechenden Einstieg beinahe schon vergessen lässt.
Das Herzblut der Macher und Darsteller ist durchaus zu spüren und hin und wieder kann ein leichtes Schmunzeln generiert werden, doch zu harmlos entfaltet sich die ohnehin schon dünne Geschichte und zu eindimensional gestalten sich Abläufe in den Büroabteilungen, in denen nur ansatzweise auf typische Office-Klischees eingegangen wird.
Eine zwar weitgehend sympathische, aber eben nur sehr bedingt zündende Vampirkomödie.
Knapp
5 von 10