Review

„The Garden Party“ wird wohl eher nie in Deutschland erscheinen, was ich persönlich Schade finde, gelingt es dem Film doch, ein Gefühl davon zu vermitteln, wie es ist, in eine Stadt (hier Los Angeles) zu kommen, von der man sich eine Karriere, einen Ausweg oder einfach nur ein „normales“ Leben erhofft. Aber was ist schon normal in Los Angeles?
Regisseur Jason Freeland, der zuvor nur die recht unbekannte James-Ellroy-Verfilmung „Browns Requiem“ gemacht hat, schildert in diesem Ensemble-Film, wie sich die unterschiedlichsten Menschen in L.A. versuchen, zu bewähren. Loser „Anknüpfungspunkt“ aller Figuren ist hier Sally (Vinessa Shaw), einer erfolgreiche Maklerin, die nebenher noch selbstgezüchtetes Marihuana an ihre Kunden vertickert. Bei ihr bzw. über sie treffen sich noch die anderen Figuren, wie April, die vor ihrem zudringlichen Stiefvater zur Cousine nach L.A. floh, der begabte Musiker Sammy, der Maler Todd mit Sexproblemen, ein lüsterner Fotograf oder Sallys Assistent Nathan, der nicht einmal weiß, ob er mehr Frauen oder Männer mag.

Der Film wirkt wie eine Momentaufnahme, das Ende verknüpft nicht alle Handlungsstränge, vielmehr bleibt vieles offen. Überhaupt deutet Regisseur Freeland vieles eher nur an, oft zum Gewinn der Geschichte, doch manche Figur (so der neue Manager von Sammy) wirkt allerdings zu plakativ und klischiert, um wirklich zu überzeugen.
Wer einmal in Los Angeles war, kann jedoch sicher die Atmosphäre des Films nachvollziehen. Die stete Suche nach Glück endet eher in der Resignation, Sex ist ein Surrogat für Liebe und Kiffen hilft sowieso – manche können erst dann Gefühle überhaupt zulassen. Die Musik ist oft sehr passend und ergänzt Szenen, ebenso sind die Schauspieler zu loben, so gelingt es z.B. Newcomerin Willa Holland, ihre Figur der zunächst unzugänglichen April so zu zeigen, dass man am Ende viel Sympathie für sie hegt. Außerdem überzeugen v.a. Vinessa Shaw als sinnliche Maklerin, die entweder nur sanft säuseln kann oder ihre Angestellten herumkommandiert und Richard Gunn als zielloser Maler, der im Internet Sexseiten anguckt und dadurch seine Freundin entfremdet.
Erinnern tut der Film manches Mal an den Alan-Rudolph-Streifen „Willkommen in Los Angeles“ von 1976, der auch verschiedenste Schicksale in dieser Stadt am Beispiel unterschiedlichster Figuren schildert. Doch wo Rudolph häufig eher sterile und eindimensionale Figuren kreierte, gelingt es Freeland zumindest meistens, dieser oft gehörten Geschichte vom Glückssucher in L.A. etwas Neues abzugewinnen. Immerhin...

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