Review

Italo-Horror ohne Zombies - ...gibt's denn sowas!?

Ein führerloses Schiff mit unzählig vielen seltsam aussehenden Rieseneiern an Bord liegt vor der Küste Manhattans.
Bei dem Versuch die Eier genauer unter die Lupe zu nehmen, kommt es jedoch zu einem tragischen Zwischenfall: Ein Ei platzt auf, wodurch eine undefinierbare Flüssigkeit im Raum verteilt wird. Der Kontakt mit dieser Substanz führt bei jedem Lebewesen zu einer chemischen Reaktion, bei der das angespritzte Subjekt explodiert (...aha).
Schnell wird klar: Die Eier stammen von "Astaron", einem Ungeheuer vom Mars, das mittels Gehirnwäsche bereits zahlreiche, menschliche Gefolgsleute auf der Erde kontrolliert, und welches die gesamte Welt mittels seiner explodierenden Eier vernichten will...

Es tut mir schrecklich leid, wenn sich das jetzt so anhört, als hätte ich einen über den Durst getrunken, aber ich schwöre: genau so und nicht anders sieht die Story von ASTARON aus - völlig hirnrissig, total bescheuert und blöd bis zum Umfallen.
Da all dies trotz eigentlich offensichtlicher Sinnlosigkeit als ernstgemeinter Horrorfilm verpackt und verkauft worden ist, werden hier Fans des unfreiwilligen Humors und Freunden von cineastischen Fettnäpfchen garantiert die Herzen aufgehen.

Und auch sonst entpuppt sich ASTARON als absolute Trash-Perle, denn auf dem Speiseplan stehen weiterhin Dummbatz-Darsteller, strunzdämliche Dialoge und ein brutalst plumpes und billiges Filmmonster namens Astaron, den man auch gut als Staubsaugerimitat in die Ecke stellen könnte.
Besonders die Darstellerriege hält die eine oder andere Überraschung für den Zuschauer bereit: Neben Ian McCulloch, der uns allen gewiss noch aus ZOMBIES UNTER KANNIBALEN gut bekannt sein dürfte, kann man sogar noch Siegfried Rauch aus der "glücklichen Familie" als völlig deplatzierten Oberschurken bestaunen.

Das einzige, wobei man sich hier anscheinend wirklich Mühe gegeben zu haben scheint, sind die Splattereinlagen.
Aufplatzende Leiber, aus denen die Eingeweide rausproppen, sind zwar alles, was der Streifen an Effekten zu bieten hat und dies ist leider auch nicht all zu oft zu bestaunen, Splatterfans dürften aber gewiss mit erhobenem Daumen und sabbernden Mäulern vor der Glotze hocken, zumal der gezeigte Gore einen durchaus fortgeschrittenen Härtegrad vorweisen kann.
Pluspunkt Nr. 2 geht an die Band GOBLIN, die uns wie in SADO, TENEBRE und diversen anderen Italo-Horrorfilmen einen sehr stimmigen Synti-Score liefert.
Man muss also eingestehen, dass die guten Italiener auch ohne Zombies einen sehenswerten und durchaus kultverdächtigen Horrorstreifen bewerkstelligen können...

Insgesamt ist ASTARON also ein sehr nettes, kleines (Laufzeit nur ca. 75 Min.), schön blutiges Filmchen, das durch seine billige Machart und das daraus resultierende trashige Flair viele Sympatien weckt und auf ganzer Linie überzeugt.
ASTARON ist so ein Streifen, der mich persönlich nie so recht interessiert oder gereizt hat, mir aber überraschenderweise dennoch sehr gut gefallen hat.
Guter Splatter in Verbindung mit einer saftigen Ladung Humor ist und bleibt eben ein Erfolgsrezept, auch wenn der Humor hier gänzlich unfreiwillig ist.
Mein Fazit daher: Unbedingt anschau'n, Leute!!!

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