Review

Wenn grüne Eier vom Mars in Form von pulsierenden Platik-Avocados auf die Filmwelt losgelassen werden, kann es sich fast nur um Italo-Trash der späten Siebziger handeln.
Dieser billig herunter gekurbelte Mumpitz kann allerdings in nur wenigen Momenten unfreiwillige Komik hervorrufen („Holt mich hier raus, Hilfe, hier ist ein Ei!“), während sich der Rest mit naiven Dialogen so dahinschleppt.

Zu Beginn wirkt die Szenerie sogar ein wenig gespenstisch, als ein Geisterschiff scheinbar ohne Besatzung in den Hafen von New York einläuft und von einigen Typen in Schutzmontur inspiziert wird. Kurz darauf werden übel zugerichtete Leichen und grüne, pulsierende Eier entdeckt, wovon eins explodiert und das komplette Team bis auf einen Cop tötet.
Dieser, als auch ein weiblicher Colonel und ein ehemaliger Mars-Astronaut machen sich auf, das Geheimnis der außerirdischen Lebensform zu ergründen. Die Spur führt nach Südamerika und zum titelgebenden Astaron…

Sicher bietet der Stoff nichts für Sci-Fi-Feingeister, die mit „Alien“ bereits ihren Meilenstein gefunden haben, wobei hier einige Parallelen zur Materie auszumachen sind.
Pulsierende Eier, explodierende Brustkörbe und Astronauten, denen niemand Glauben schenken will. Nur findet sich hier keine allzu charmante Figurenkonstellation wie man es etwa aus den vergleichbaren Invasorenfilmen der 50er zu schätzen gelernt hat, da unser Heldentrio etwas unterkühlt agiert, wozu der markante, aber oft unpassend klingende Score von „The Goblin“ nicht unerheblich beiträgt.

Vor allem mangelt es an Bewegung und einem kontinuierlichen Erzählfluss, der immer wieder durch wissenschaftliche Erklärungsversuche unterbrochen wird.
So werden die Eier im Labor untersucht (eingerichtet mit vielen Schaltpulten und witzig bunten Knöpfen), eine Lagerhalle wird hochgenommen, eine Reise nach Südamerika unternommen, um den Ausgangspunkt einer Plantage zu untersuchen, bis man schließlich auf den Übeltäter in Form von Siegfried Rauch stößt, der einen finsteren Plan quasi unter Hypnose nach einem gescheiterten Mars Aufenthalt durchzieht.

Im letzten Drittel schwenkt das Ganze eher zum Spionage-Thriller um, man wird einerseits vom Fieserich gefangen genommen und muss sich andererseits unter die Schergen mischen, um dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Da kommt es schließlich noch zu einer kleinen Ballerei, die Frau muss auf jeden Fall gerettet werden und Trash Fans dürfen sich über Astaron beömmeln, der als klobiges, schwarzes Plastik-Etwas mit einem gelben Auge leuchtet und damit ganz offensichtlich eine hypnotische Wirkung ausstrahlt, - wie dieser Klumpatsch vom Mars auf die Erde gekommen sein soll, bleibt indes ungewiss.

Spannend gestaltet sich das Ganze jedoch eher selten, allenfalls als Frau Colonel mit einem sich bald öffnenden Ei im Hotelzimmer eingeschlossen wird oder man drei finstere Gestalten in einer Lagerhalle mit Eiern aufspürt.
Ausgleichend dafür gibt es ein paar brauchbare Splatterszenen in Form von explodierenden Brustkörben nach Kontakt mit der Flüssigkeit aus dem Ei. Wobei diese Szenen grundsätzlich in Zeitlupe wiedergegeben werden und während Innereien durch die Luft fliegen, wird man auch erkennen, dass es sich dabei um hastig geformte Latexwülste handelt, die in etwas zu helle Farbe eingetaucht wurden.
Der Blutgehalt geht aber insgesamt in Ordnung.

Dennoch bleibt am Ende der Eindruck eines etwas käsigen Beitrages zurück, da die Story kaum fesseln kann und im letzten Drittel alles recht vorhersehbar abläuft, - einschließlich des obligatorischen Schluss-Gags.
Für Trash-Freunde bieten zumindest die pulsierenden Eier, unterlegt mit einer Asthma-ähnlichen Atmung einen gewissen Fun-Faktor, auch wenn man sich nie so recht entscheiden kann, ob denn nun Kälte oder der Flammenwerfer gegen die fremde Lebensform einsetzen ist.
Die reichlich lahme Inszenierung verhindert jedoch mehr Spaß am Treiben, da hätte man direkt noch etwas naiver an die Sache herangehen sollen.
5 von 10

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