Review
von Leimbacher-Mario
Magengrummeln der explosiven Sorte
Oft als übler "Alien"-Klon abgestempelt, ist Luigi Cozzis "Astaron - Brut des Schreckens" gar kein so dreister Dieb, wie man meinen könnte. Klar, die Eier sind fast 1:1 übernommen und der (an "Invasion vom Mars" erinnernde) Zyklop im coolen Finale greift dem zweiten "Alien" sogar eher vor, doch insgesamt geht der Italo-Cheapie eher in die Richtung eines sleazigen "Quatermass Xperiment" und man kann ihn sich durchaus geben, ohne jeden Moment an Ridley Scotts Meisterwerk denken zu müssen. Der Vergleich tut eh meistens nicht gut... Wir sehen einen riesigen Frachter in den New Yorker Hafen eintrudeln. Zunächst scheinbar ohne Besatzung, dafür mit als Kaffe (!) getarnten Alieneiern, die wie pulsierende Avocados aussehen, explosiven Schleim verschießen können und die Geheimdienste des Landes von nun an gehörig auf Trab halten!
"Astaron" kann als super atmosphärisches Spaghetti-Bahnhofskino in die Sammlung aufgenommen werden oder als langatmiger Lasagne-Käse abgeschoben werden. Verstehen, kann ich beide Meinungen. Ich persönlich stimme jedoch etwas mehr der lobenden Fraktion zu. Denn obwohl nicht viel mehr geboten wird als (äußerst gelungene!) Bauchplatzer und ein fies-witziges Muttermonster, machte sich bei mir dank durchgehend strunzdummer Dialoge, klassischen Goblin-Tönen und knapp bemessener Laufzeit nur ganz selten ausgewachsene Langeweile breit. Die Leidenschaft und Liebe zum Kino und den viel größeren Vorbildern schimmert jederzeit wesentlich stärker durch als das geringe Budget, Unfähigkeit oder fehlende Kreativität. Man hätte vielleicht nur etwas mehr huldigen sollen, als nur der Chestburster-Szene, die anscheinend nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat...
Fazit: "Contamination" aka "Astaron" aka "Toxic Spawn" hat seine Momente, punktet mit klasse Splattereien und einem Goblin-Score zum Zungeschnalzen. Nur leider erreicht er diese Höhepunkte nur sporadisch, anfangs und im Finale, sodass die Zeit dazwischen von Müdigkeit und Ideenlosigkeit geprägt ist. Trotzdem: besser saftig abgeguckt als trocken selbst gemacht...?