Review

Story:
Der Bibliothekar Jonathan Harker reißt zum Schloss von Graf Dracula um dort
seinem Beruf nachzukommen. Aber in Wirklichkeit ist Harker ein Vampirjäger, der Graf Dracula vernichten will. Im Schloss angekommen lernt er eine Frau kennen, die ihm um Hilfe bittet und Harker will ihr auch helfen, doch dann muss er feststellen, dass die Frau auch ein Vampir ist und diese beißt dann Harker. Er ist in dem Wissen, dass er nicht mehr viel Zeit hat und will in seiner wahrscheinlich letzten Nacht die Frau und den Grafen töten. Bei der Frau schafft er es noch, aber Dracula kommt ihm zu vor. Ein bisschen Zeit vergeht und Dr. Van Helsing macht sich Sorgen um seinen Freund Harker. Van Helsing begibt sich auch zum Schloss des Grafen wo er Harker auch vorfindet,
aber leider nicht mehr viel für ihn tun kann.So kann Van Helsing nur nach England zurückkehren und von Harkers Tod berichten. In der Zwischenzeit kam auch Graf Dracula nach England und macht Jagd auf Harkers Verlobte, denn so will Dracula sich rächen.

Kommentar:
Dieser Film hier ist einer der ganz großen Klassiker des Horrorgenres. Ich
möchte auch soweit gehen und sagen, dass dieser Film den Dracula-Mythos
nachhaltig geprägt hat. Hier stimmt auch so gut wie Alles und ich weiß
gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Die Handlung dürfte Vielen bekannt sein, denn handelt es sich hier um eine Verfilmung von Bram Stokers Romanvorlage. Die bekannteste Verfilmung dieses Stoffes dürfte wohl Francis Coppolas "Dracula" von 1992 sein. Aber diese Verfilmung hier ist von 1958 und wurde von Terence Fisher umgesetzt.
Fisher war ein britischer Regisseur, der sehr viel mit den "Hammer Studios"
zusammenarbeitete. Seine Filmographie umfasst 47 Filme wovon knapp die
Hälfte durch die "Hammer Studios" realisiert wurden. Sein erster Film, den er mit den "Hammer Studios" drehte war "Frankensteins Fluch", aber dieser soll später und an anderer Stelle auch noch vorgestellt werden.

Die "Hammer Studios" – eigentlich Hammer Film Productions – waren in den
50er bis Anfang der 70er Jahre sehr aktiv und brachten einen frischen Wind ins Horror-Genre. Sie waren nicht nur sehr zeigefreudig mit blutigen Details, sondern zeigten auch viel nackte Haut (für die damalige Zeit, nach heutigen Maßstäben sind die Frauen dann doch eher bedeckt) und schufen eine Vielzahl an heutigen Klassikern und das nicht nur im Horror-Genre, sondern auch bei den Sci-Fi und Abenteuerfilmen. Aber die bekanntesten und beliebtesten Filmreihen der "Hammer Studios" sind wohl die umFrankenstein, welcher es auf 7 Filme brachte, und um Dracula, der es auf ganze 8 Filme brachte. Hier soll nun der erste Film der hammerischen Dracula-Reihe vorgestellt werden.

Wie oben schon erwähnt ist der Film von 1958 und das dürfte Einige wohl
abschrecken. Zu Unrecht aber wie ich finde, denn gerade diese alten
Horrorfilme sind noch Horrorfilme. Was heute Einem als Horrorfilm vorgesetzt wird, hat doch mit Horror nicht mehr viel zu tun. Heute ist man nur noch aufs Schocken aus und wer hat die schöneren SFX. Nicht das ich etwas gegen die Filme von heute habe – nein ganz und gar nicht! Ich selber sehe sie mir gerne an, aber ich finde es schade, dass heute kaum noch eine (gute) Geschichte erzählt wird. Schade finde ich es auch, wenn Viele aus meiner Generation sagen, dass sie sich so einen alten Scheiß nicht ansehen. Kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, denn gerade das Horror-Genre hat uns so viel zu bieten. Ich kann es verstehen, wenn man alte Filme nicht mag, aber gleich von vornherein sagen das es ist Mist ist, ist nicht richtig. Es ist dich gerade mal
eine schöne Erfahrung sich mit einem Teil der Wurzeln des Horror-Genres zu beschäftigen, aber wer nur in seiner Gorekiddie-Denkweise bleiben will, soll es wegen mir auch. Kann man eben nichts machen, wer aber offen ist und wirklich hinter seinem Genre steht dem sei dieser Film hier empfohlen.

Denn die "Hammer-Studios" hatten nicht wirklich viel Geld, haben aber viel aus ihren Möglichkeiten rausgeholt. Dies spiegelt sich in der Umsetzung des vorhandenen Stoffs dar, den liebevoll gestalteten Kulissen – auch wenn sie teilweise theaterartig aussehen, versprühen sie ihren ganz eigenen Charme.

Aber so ein Film lebt auch viel von seinen Darstellern und hier haben wir auch
gleich zwei Darsteller, die noch sehr oft mit den "Hammer-Studios"
zusammenarbeiten werden. Die Rede ist von Peter Cushing und Christopher
Lee. Cushing spielt hier den Dr. Van Helsing und das ist einer schon fast fabelhaften Art und Weise. Viel interessanter ist hier aber Christopher Lee als Graf Dracula. Mit seiner Rolle des Grafen gelang ihm der internationale Durchbruch und die Leistung, die er hier abgibt ist einfach großartig. Er verkörpert hier sehr gelungen das für was für die heutigen Draculas/Vampire ganz wichtig ist: eine Ausstrahlung von Sex und roher Gewalt. Ich muss jetzt sagen, dass Lee keine erotisierende Wirkung auf mich hat, aber er ist ein Frauenverführer und das merkt man auch. Ich selber mag dann doch lieber die Goth-Chicks / Vampiristinnen von heute, aber das nur so nebenbei. Und die Gewalt oder besser gesagt die übernatürliche Kraft zeigt sich im Film indem Dracula die Vampirlady als wäre es nichts quer durch den Raum befördert. Auch die restlichen Darsteller wissen mit ihren Leistungen zu gefallen.

Was bei diesem Film auch sehr gelungen ist, ist seine Atmosphäre. Hier baut
sich die Spannung recht schnell auf und kann sich über die gesamte Laufzeit auch halten. Schaurig-schöne Bilder werden gezeigt wie etwa ein nebliger Friedhof, Särge und Draculas altes Schloss selbst. Dazu dann noch ein bisschen Blut um das Ganze abzurunden. Da verwundert es nicht, dass für manche hammerische Filme der Ausdruck "Gothic-Horror" geprägt wurde.

Etwas weiter oben habe ich schon erwähnt, dass man sich mit den Kulissen viel Mühe gab, aber auch mit den Kostümen der Darsteller. Diese sind auch sehr schön hergerichtet wurden und erinnern mich teilweise an die Kostümen aus den alten deutsch/tschechischen Märchenfilmen. Ich steh auf so was und hübsche Frauen haben sie hier auch ausgewählt. Vorallem auch an die Schönheit aus "Frankenstein Created Woman". Ich steh drauf, aber ich sollte nicht dran denken, dass sie heute meine Oma sein könnte.

So langsam endet dann auch mein Ausflug hier und viel zu sagen bleibt mir auch nicht mehr. Außer vielleicht noch, dass ich hoffe, dass viele viele Horrorfilmfans sich diesen Film ansehen werden, ihn genauso gut finden werden und den gleichen Spaß dran haben werden wie ich und das manch Andere auch mal erkennen, dass Horrorfilme viel subtiler sein können. Es geht nicht immer darum Menschen zu foltern oder zu zermatschen. Manchmal will ein Horrorfilm nur eine gruselige Geschichte erzählen, die den Zuschauer
gut unterhalten kann.

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