Review

Die junge Lola ist die der größte Blickfang in ihrem kleinen Dorf und verdreht beim lasziven Herumradeln den einheimischen Kerlen den Kopf, hat selbst allerdings nur Augen für ihren Verlobten, den Bäcker Tommaso, von dem sie es am liebsten sähe, wenn er sie noch vor ihrer anstehenden Hochzeit entjungfern würde, was dieser jedoch strikt ablehnt. Als ihre wiederholten Verführungsversuche nicht fruchten, verkracht sich das junge Paar, woraufhin sich Tommaso bei der örtlichen Prostituierten Wilma abreagiert, während Lola beinahe in den Armen ihres Ziehvaters André landet. Nach einigem Hin und Her wird dann aber doch defloriert und geheiratet. Ende gut, alles gut... Die Filme von Tinto Brass sind mehr noch als die von Russ Meyer ein acquired taste, denn man kann sich schon längst nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass dieser ebenso seine Erotik-Streifen in erster Linie für sich selbst dreht, um seine persönlichen Kinks und Fetische zu bedienen... und wenn man als Zuschauer diesen nichts abgewinnen kann, dann hat man halt Pech gehabt, denn was für Meyer die überdimensionalen Oberweiten sind, sind für Brass die prallen Hinterteile und 'ne eigensinnige Weltsicht, was Sex, Treue und Beziehungen anbelangt, die da mehr als nur zwischen den Zeilen verbreitet wird (und mit der Kirche hat er's auch nicht so, denn die Kleriker, die da zu Beginn kurz auftauchen, entpuppen sich da schnell auch nur als Fahrradsattelschnüffler). Nun ja, der "Erfolg" gibt ihm ja auch irgendwo recht und bislang hat er noch für jeden seiner Filme ausziehwillige Starlets gefunden, die bereit gewesen sind, sich ein paar Wochen lang vor Beginn der Dreharbeiten nicht die Achseln zu rasieren. Okay, zugegeben, ein echter Fan von Brass' Spät-Werk ab etwa Mitte der 80er (oder auch nur im Allgemeinen, man werfe einen Blick auf die filmische Total-Katatstrophe "Caligula"... oder besser nicht!) bin ich da keinesfalls, aber 'ne eigene Handschrift, die seine Arbeiten als "Originale" kennzeichnet, kann man ihm zweifellos nicht absprechen und zumindest ist da immerzu ein Konzept erkennbar, was Inszenierung und Inhalt anbelangt, das das alles über das Niveau billiger Softpornos hievt. Mir persönlich gefällt "Frivole Lola" dann auch besser als Brass' drei oder vier vorhergehende Streifen, weil er als lockere Erotik-Komödie weniger derb daherkommt und stattdessen so luftig geraten ist, wie der Rock der Protagonistin, der da munter im Wind rumflattert... und weil Hauptdarstellerin Anna Ammirati halt doch wirklich 'ne Süße ist.

6/10

Details
Ähnliche Filme