Von Luft und Liebe leben
Frühe Liebe, unausgesprochene Gefühle,
es ist selten, dass ich mich nach einem Anime derart durchwühle.
Über einen Jungen und seine erste große Liebe,
wie sie ihn überwältigt und ängstigt, weitaus größer scheint als jegliche Triebe.
Ein Frühwerk von den Machern solcher Hits wie „Your Name“,
durch die knackige, knapp einstündige Laufzeit wird's hier zwar kitschig, aber niemals lame.
Wie uns frühe seelische Narben und Erfahrungen machen,
hier gibt’s wesentlich mehr zu fühlen und schmachten als zu lachen.
Sehr melancholisch und fast meditativ,
greifen nicht nur die unfassbar hübschen Bilder bei mir recht tief.
Man muss aber definitiv in der richtigen Stimmung sein,
dann wirkt dieser Animeliebesbrief schon recht fein.
Drei Episoden aus dem „Liebesleben“ eines Jungen,
keine Angst, hier wird nicht unter Röcke gespannt oder Karaoke gesungen.
Viel mehr ist es eine lyrische Parabel auf die Wege und Risse unserer Herzen,
wer Ähnliches erlebt hat, bei dem kann dieses visuelle Gedicht schon ziemlich schmerzen.
Keine klassische Geschichte, eher kurze Zweige, Knospen und Ausflüge,
ein starkes Teil, selbst wenn zu sagen „Ich liebe ihn“ wäre bei mir zumindest eine Lüge.
Da sagen mir die megaerfolgreichen, straighteren Nachfolger des Studios noch etwas mehr zu,
dennoch eine faszinierende Melodie, wenn man sich mal wieder fühlt richtig „schön“ blue.
Fazit: wie ein Gedicht, ein Liebesbrief, ein hauchender Schimmer Melancholie und Erwachsenwerden. Romantisch, kitschig, kurz, süß. Allerdings eher eine Fingerübung für komplettere, darauffolgende Großtaten. Animefans greifen allerdings bedenkenlos zu. Vor allem gefühlvolle und geduldige.