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Die Jurassic Park Gentechnologie kommt wieder zum Einsatz und beschert den willigen Tierhorrorfreunden das dämlichste Rip-Off seit Bestehen schlechter Computeranimationen.
Dabei offenbart die schwache Gestaltung des Säbelzahntigers noch nicht einmal den Tiefpunkt dieser dreisten TV-Produktion.

So bedient man sich in allen wesentlichen Punkten beim Vorbild, lässt einen schmierigen und profitgeilen Unternehmer auf einer Fidschi-Insel drei Säbelzahntiger klonen, die just dann außer Kontrolle raten, als die Investoren und eine Gruppe von Studenten-Spacken eintreffen.

Trotz angestaubter Motive und dem unverschämten Ideenklau ließe sich daraus noch unterhaltsamer Stoff zusammendrömmeln, doch das hohle Drehbuch macht dem Ganzen schnell einen Strich durch die Tierhorrorrechnung.

Von den Figuren sind, bis auf eine Ausnahme, alle unsympathisch und jene ist eine einheimische Nebenfigur, die ein wenig die moralische Instanz verkörpert.
Aber die als Heldin vorgesehene Wärterin/Ärztin (?) zeichnet sich nur durch eiskalte Augen aus und der Tatsache, dass ihre drei vorherigen Liebschaften alle auf ungewöhnliche Weise tödlich verunfallt sind. Dazu der durch und durch unsympathische Direktor des Parks, sein ebenso unsympathischer Ex-Schwager mit Anhängsel und eben die fünf Studenten.
Von denen bekommt natürlich auch niemand einen Charakter zugewiesen, es sind nur die Abziehbilder eines sexgeilen Doof-Sportlers, eines Gothic-Girls, einer Farbigen, einer Blondine und dem Asiaten.

Dämlich ist auch der Grund für ihren Aufenthalt auf dem Gelände: Für eine Studentenverbindung soll man verschiedene Requisiten stehlen, weshalb man natürlich unbedingt auf eine Fidschi-Insel reisen muss. Klischeebedingt setzt der Asiat das Computersystem, die Kameras und das komplette Stromsystem lahm, so dass die Mutanten frei herumlaufen könnten, was aber leider lange Zeit ausbleibt.

Denn nach dem Intro, in dem ein Wachmann in die Tigerzone geht, um sein weggewehtes Pornoblatt zu kaschen und damit zum ersten Opfer wird, zieht sich das Drumherum gnadenlos.
Man will einfach nicht wissen, ob die vermeintliche Heldin rattig auf ihren neuen Lover ist, welche polemischen Worte der Direktor an seine zukünftigen Investoren richtet und was die Studenten treiben, interessiert erst recht nicht.

Entsprechend unspektakulär verlaufen die ersten Tötungen durch die Urzeit-Katzen. Man geht ins großräumige Gehege, wird angegriffen, doch nichts ist deutlich zu sehen. Beispielsweise wird das Ableben des zweiten Opfers lediglich vage in dessen Sonnenbrille angedeutet.
Erst später, als sich die Viecher in den Laborräumen bewegen, wird für minimale Abwechslung gesorgt. Da gibt es diverse Amputationen zu begutachten: Ein Arm ab, mehrere Köpfe rollen und es gibt einen offenen Bauch. Doch die Effekte bewegen sich maximal auf Anfängerniveau, da die abgetrennten Körperteile stark nach Plastik glänzen und manchmal erstaunlich wenig Blut aus einer derben Wunde tritt.

Von den Säbelzahntigern selbst sieht man ohnehin recht wenig, vielmehr steht ihre schlecht inszenierte Egosicht in Form starker Infrarot-Pixel-Bilder im Vordergrund.
Bei Nahaufnahmen, wenn nur der Schädel im Bild ist, wurde sogar einigermaßen gestaltet, aber wehe, die prähistorischen Katzen setzen zum Sprung an, - dann zeigt sich im vollen Ausmaß die Unfähigkeit der Mitarbeiter am Computer. Kaum eine Bewegung wirkt realistisch und fügt sich ebenso wenig realistisch in die Kulissen ein.

Spannend gestaltet sich das demzufolge in keiner Weise, das komplette Drehbuch ist schlicht plump und hält keinerlei Überraschungen parat. Die Darsteller, inklusive Robert Carradine performen allenfalls brauchbar, - als charakterloses Katzenfutter.
Zudem wirken die Tiger kaum bedrohlich und sorgen für lächerlich anmutende Verletzungen während sich in ihrer Abwesenheit pure Langeweile ausbreitet.

Und keine Angst, liebe Trash-Freunde, für euch bietet das Geschehen, bis auf die letzte Tötungsszene ohne Tiger, auch keinen Anlass zur Sichtung, da sich der Streifen viel zu ernst nimmt und noch nicht einmal unfreiwilligen Humor bietet.
Da ist es insgesamt unterhaltsamer, seinem Hund beim Entwurmen zuzusehen.
2 von 10

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