Review

Zuerst dachte ich, es wäre ein konventioneller Tierhorrorstreifen.
Nein, es ist purer Trash.
Aber es ist auch ein Tittenfilm.
Al Passeri hat hier etwas zusammengeschustert, was nur Freunden des schlechten Geschmacks vor Lachen das Bier auskotzen lässt.
Alle anderen werden sich hin und wieder angeekelt abwenden, wenn sie die DVD nicht schon vorzeitig zum „Eigentlich wollte ich die Troma-Filme schon längst verticken“-Stapel gelegt haben…

Ist aber gar kein Troma-Werk und doch ist der Trashfaktor mindestens genauso hoch.
Drei Trusen und zwei Kerle sind mir ihrem Motorboot irgendwo auf dem Meer unterwegs, als ein Unwetter aufzieht, obgleich eine der Damen behauptet „Ach was, es gibt keine Gewitter im Sommer!“…
Kurz darauf entern sie ein luxuriös ausgestattetes Forschungsschiff, doch niemand befindet sich außer ihnen an Bord. Bei Erkundungen findet man ichthyologische Versuchsergebnisse in einem Labor und wird kurz darauf von mutierten Fischen attackiert.

Au weia, bereits in den ersten Minuten lässt sich ein Unvermögen des Regisseurs erahnen, denn während unsere fünf Survivor auf dem offenen Meer herumpaddeln, sieht man in einigen Zwischenschnitten ein Etwas, dass am späteren Schauplatz blitzschnell zuschlägt.
Man kann aufgrund hektischer Schnitte und merkwürdigen CGIs aber nichts identifizieren, man hört nur so etwas wie Peitschenhiebe, die man als ausschlagende Tentakeln deuten könnte.

Kaum an Bord, wird man mit der subjektiven Sichtweise eines mutierten Killerfisches konfrontiert, sprich, Tunnelblicklinse vor die Kamera gehalten, dazu ein jämmerliches Schnauben mit leichtem Hall unterlegt.
Die Damen machen sich frisch, ziehen erwartungsgemäß blank („Ich glaub, ich kauf mir doch n Wonderbra“), während einer der Kerle nur auf Drogen und Piepmatzen aus ist und sich der andere ernsthaft (umso lachhafter für den Zuschauer) mit den Gegebenheiten an Bord auseinander setzt und die Experimente, die hier betrieben wurden, seriös hinterfragt.

Richtig witzig sind dann ein paar modellierte Fische, einige grinsen in ihren Aufbewahrungsgläsern, andere werden in der Pfanne verrückt und ganz andere greifen dann endlich (nach 45 Minuten) die Protagonisten an.
Teilweise als ultraschlechter Computereffekt, teilweise modelliert, was zwar unglaublich dämlich aussieht, den Spaßfaktor aber deutlich in die Höhe treibt.
Natürlich ist das nie spannend, denn die so genannten Darsteller sind eigentlich keine und bis auf eine gewisse Sharon Twomey ist auch niemand - außer in diesem Film - je wieder aufgetaucht.
Diese Sharon sieht für meinen Geschmack auch ganz nett aus und zeigt in Ansätzen so etwas wie Darstellung, was bei den anderen Hobby-Performern nicht zu finden ist.

Aber das fügt sich in das Gesamtbild eines richtigen Trashfilms: Eine Dame darf sich über und auf die Kamera erbrechen, beim Sex bricht einem Typen ein Fischmutant aus dem Körper und die computergesteuerte Elektronik im Bad des Schiffes spinnt total, - da strapazieren die Stimmen der Einrichtung die Geduld des Zuschauers ein wenig.
Dazu gebärt eine weitere Trulli Fischeier und eine Pseudomoral ertönt auch noch, unterlegt mit sensiblen Klängen: „Sie haben die Tiefsee ausgebeutet und sich alles genommen, was ihnen in die Hände fiel“. Ich lache einmal mehr.

Ach so, eine Erklärung für die Mutationen ist mal wieder atomverseuchtes Plankton, welches die Fische verzerrten.
Ernst nehmen kann und soll man diese Usselei natürlich nicht, denn die mutierten Fische sehen allesamt zum Schreien aus und der Umgang mit denselben löst abermals mindestens ein Schmunzeln aus.
Man muss zwar ein paar Leerlaufszenen in Kauf nehmen, aber der geneigte Trashfreund erhält genügend Substanz, um ein kleines Fest bestreiten zu können.
6 von 10 Punkten

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