Review

True Romance - eine wirklich wahre Liebesgeschichte. Romantik pur könnte man es auch nennen. Tony Scott spricht ja sowieso seit Jahren für sich, man bedenke "Last Boy Scout" oder "Man on Fire", um nur zwei seiner mittlerweile zu Klassikern gewordenen Filme zu nennen.
Am meisten berührt hat mich aber dennoch "True Romance". Schon allein die immer wiederkehrenden Melodie, die sich Quentin Tarantino - der das Drehbuch schrieb - aus dem Film "Badlands" von 1973 ausgeliehen hat, lässt einen nicht mehr los. Man kann sich wirklich zu jeder Zeit an die Abfolge der Töne erinnern, so sehr vereinnahmt einen diese Melodie. Dadurch entsteht von Anfang an eine unbeschreibliche Aura, in die man sich voll und ganz verliebt.
Diese Aura überträgt sich auch auf die Darsteller. So spielt ein Christian Slater als Clarence die Rolle seines Lebens. Clarence ist ein etwas runtergekommener aber eigentlich zufriedener Mensch. Er hat eine Leidenschaft für Kung-Fu Filme und da er nichts besseres zu tun hat, geht er jedes Jahr an seinem Geburtstag ins Kino. Dort trifft er, wie durch ein Wunder, Alabama (Patricia Arquette). Er begreift erst gar nicht, wie es sein kann, dass er einen Menschen in seinem Leben trifft, noch dazu eine Frau, die die gleichen Interessen hat und v.a. auch auf HK-Filme steht. Es ist auch kein Wunder, denn Alabama muss Clarence einfach erzählen, dass sie eine Prostituierte ist. ABER: Sie hat sich unsterblich in ihn verliebt...sie will ihn nie mehr anlügen!!
Von da an sind die beiden unzertrennlich. Clarencen will sie sogar aus den Klauen des völlig abgedrehten Zuhälters Drexl (Gary Oldman), oder auch Drexl the Pimp - völlig assig, mit langen fettigen Haare und sehr extrovertierter Kleidung, um es vorsichtig auszudrücken (die absolute Paraderolle für Oldman) - befreien. Die Folge seines Auftritts im Bordell von Drexl hinterlässt natürlich eine Reihe von Leichen...von da an pflastern dann Clarence Weg nur noch Leichen, die aber nicht alle auf sein Konto gehen. Denn was Clarence bei Drexl mitnimmt, sind leider nicht die Klamotten von Alabama, wegen denen er ursprünglich zu Drexl wollte, sondern ein Koffer mit Kokain. Dieser Koffer gehört blöderweise einem großen Mafiaboss namens Vincenzo Coccotti (Christopher Walken). Allein für die Geschichte, die Coccotti sich von Clarence Vater Clifford Worley - ein ausgemusterter Bulle, der als Nachtwächter arbeitet und wirklich ein armseliges Leben mit seinem Hund in einem Wohnwagen führt (gepielt von Dennis Hopper) - anhören muss, ist der Film schon sehenswert. Das Problem an der Geschichte ist allerdings, dass Mr. Worley nach dieser getötet wird...man kann sich vorstellen, dass es nicht die beste Geschichte war, die sich Coccotti in seinem Leben anhören musste...
Als nun das Liebespaar auf den Plan kommt, das Kokain in Geld umzusetzen, ist die Katastrophe eigentlich schon vorprogrammiert...
Wo kann man Stoff besser los werden, als in der Filmstadt L.A., denken sich die beiden und reisen zu ihrem alten Freund Dick Ritchie (Michael Rapaport), der für sie ein Geschäft mit einem Produzenten auf die Reihe bekommen soll. Das Problem ist aber, dass nun langsam zu viele von dem Drogending mitbekommen haben und von nun an Clarence und Alabama auf den Fersen sind. Allen voran ein Auftragskiller von Cocotti namens Virgil - James Gandolfini, seit 99 bekannt als Tony Soprano in der TV-Serie The Sopranos. Aber auch die Standard-Cops dürfen natürlich nicht fehlen in einer guten Gaunerstory...Dimes und Nicholson (Chris Penn, Tom Sizemore).
Witzig ist auch noch die Rolle von Floyd - gespielt von keinem geringeren als Brad Pitt - der halt nichts anderes auf die Reihe bekommt, als zu kiffen und überhaupt nicht mehr fähig ist über die Konsequenzen seines Handelns bzw. nicht-handelns nachzudenken.
Abgerundet wird das ganze Werk von einem Haufen genialer Action, die sich durch den ganzen Film hindurchzieht und schließlich am Schluß in einem finalen Feuerwerk im Hotelzimmer des leicht paranoiden Filmproduzenten, der als Drogenkäufer auf die Bühne des Films kommt.

Fazit:
Der Film verkörpert eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann. Er verkörpert die Hoffnung auf Romantik, auf Liebe, auf Leidenschaft. Für Clarence ergibt alles auf einmal in seinem Leben einen Sinn, er weiß für etwas zu kämpfen, für das es sich auch wirklich lohnt. Zur Hilfe kommt ihm auch immer sein Alter Ego - Elvis (Val Kilmer) - das ihm oft in schwierigen Situationen im Traum erscheint! True Romance ist ein Film, der agil, witzig, Action reich und nie langweilig ist. Tony Scott hat es wirklich zu jeder Sekunde des Films geschafft, das optimale aus der Drehbuchvorlage von Quentin Tarantino herauszuholen. Kurz gesagt: Ein MEISTERWERK!!! 10/10 Punkte

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