Von Liebesfilmen halten sich die meisten männlichen Personen immer sehr weit fern, so auch ich. Doch es gibt eine Ausnahme und zwar True Romance. Der nach dem ersten Drehbuch von Quentin Tarantino, seitens Tony Scott inszenierte Film ist ein sehr unterhaltsamer Genremix und nach Last Boy Scout Scotts bestes Werk.
Gewalt und Romantik wurden noch nie in so einem Ausmaß miteinander vermischt wie in True Romance. Doch man muss schon sagen, das hier das von Tarantino erdachte Szenario
reichlich unglaubwürdig daherkommt, welches an manchen Stellen darüberhinaus auch noch ziemlich kitschig ist.
Doch das stört einem an diesem Film komischerweise fast überhaupt nicht, denn Tarantinos Drehbuch steckt voller Klischeefiguren, was vor allem in der Darstellung der beiden Cops und dem von Brad Pitt grandios dargestellten Kiffer überdeutlich wird. Doch trotz dem Comichaften Inhalt nimmt Tarantino seine Figuren bei aller Ironie immer wieder sehr ernst, was einem spätestens seit Kill Bill klar sein sollte. So hat True Romance auch einige tragische Szenen.
Die Handlung ist wie gesagt nicht wirklich neu, trozdem kurzweilig und sehr gut inszeniert worden. Die Dialoge reichen noch nicht ganz an spätere Tarantinos heran, sind aber an einigen Stellen schon grandios geschrieben worden. Vor allem hier zu erwähnen ist natürlich der Nigger Dialog, welcher von dem großartigen Dennis Hopper und dem nicht minder genialen Christopher Walken, absolut brillant vorgetragen wird.
Hopper zu beobachten, wie er genüsslich seine letzte Zigarette pafft und sich mit kalkulierter Absicht um Kopf und Kragen redet und Christopher Walken dabei zuzusehen, wie er erst seinen Ohren nicht traut und dann vergeblich versucht, seine Fassung zu bewahren, ist ein exquisites Vergnügen, gleichzeitig aber rühren Hoppers Opferbereitschaft und sein Tod zu tränen.
Auch noch großartige Szenen sind die Konfrontation zwischen Patricia Arquette und einem genial fiesen James Gandolfini, welche unglaublich heftig ist und die Fsk 18 beinahe allein schon rechtfertigt und der fette Showdown gegen Ende.
Die Gewaltgrad in True Romance liegt doch ziemlich hoch, ohne zu übertrieben zu sein.
Das Staraufgebot ist sehr groß, auch wenn einige nur sehr kurz zu sehen sind. Christian Slater in seiner besten Rolle, normalerweise kann ich ihn nicht sonderlich leiden, aber hier ist er einfach die Idealbesetzung. Genau wie Patricia Arquette die hier absolut bezaubernd ist. Von den Genies Hopper und Walken war bereits die Rede, ebenfalls von Gandolfini. Dazu gesellen sich noch ein herrlich abgefuckter Gary Oldman, als Karikatur eines schleimigen Zuhälters und in sehr kurzen Aufrtitten Brad Pitt ( herrlich gegen sein Image besetzt), sowie Samuel L. Jackson und Val Kilmer. Die beiden letztgenannten kann man allerdings sehr leicht übersehen.
Der Soundtrack von Hans Zimmer ist wunderbar melancholisch und doch irgendwie auch ein bisschen fröhlich.
Fazit: True Romance ist eine unglaublich naive aber doch irgendwie auch wunderschöne Liebesgeschichte, die mit reichlich Blut, Action und einer Prise Humor vermixt einen sehr guten Film ergibt. Und in der Figur des Clarence wird sich so mancher Filmfan in einigen Punkten wiedererkennen, so erging es zumindest mir ( vor allem was die John Woo Actioner und The Good, the Bad and the Ugly betrifft). Und mal ehrlich, wer hätte nicht gern eine Freundin wie Alabama...
9/10